Aquarellpapier
Der große Ratgeber

Aquarellpapier Vergleich Testbericht auf farbcafe.de

Hallo und willkommen zu meinem Aquarellpapier-Test 2019. Ich werde hier verschiedene Aquarellpapiere für diverse Anwendungszwecke und in vielen Preiskategorien testen und vorstellen. Zusätzlich gibt es weiter unten im Artikel wichtige Kriterien, nach denen du Aquarellpapiere unterscheiden kannst. So hast du die Möglichkeit, dir selbst ein fundiertes Wissen aufzubauen und zu entscheiden, welches für dich am besten geeignet ist.

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Überblick über Aquarellpapier

Aquarellpapier ist eine Wissenschaft für sich. Das perfekte Aquarellpapier zu finden, hängt sehr von den eigenen Ansprüchen ab. Du solltest dir über deine eigene Maltechnik im Klaren sein, wenn du dich für ein Papier entscheidest. Je nachdem, welche Maltechnik du bevorzugst, werden dir unterschiedliche Papiere mehr oder weniger gut zusagen.

Deine eigenen Erfahrungen können hierbei extrem von meinen abweichen, da die Wahrscheinlichkeit durchaus hoch ist, dass wir anders arbeiten. Allerdings möchte ich dir meine persönlichen Favoriten nicht vorenthalten und vielleicht hast du ja auch einen ähnlichen Malstil.

Ich habe mich sehr bemüht, für möglichst viele Maltechniken gute, faire und nachvollziehbare Bewertungen zu schaffen.

Meine Top 5 Aquarellpapiere

Platz 1: Fabriano Artistico 300g/m²

Honsell 312330 - Fabriano Artistico Acquarello Watercolour, hochwertiger Künstler - Aquarellkarton, extra weiß, Feinkorn cold pressed, ca. 23 x 30,5 cm, 20 Blatt 300 g/m²
  • Hochwertiger Künstler Aquarell-Karton in der Ausführung extra weiß, Feinkorn
  • Geeignet für: Aquarell, Gouache, Acryl, Tusche, Kohle, Zeichnen, Schaben, Radieren und Drucken
  • Format: 23 x 30,5 cm
  • Besteht aus 20 Blatt, 300 g/m²
  • Chlor- und säurefrei, ph-neutral, hoch alterungsbeständig

Das Fabriano Aquarellpapier „Artistico “ ist ideal für Anfänger und Profis. Der Block ist 4-seitig geleimt und extra weiß. Die Variante Feinkorn lässt sich leicht und gut bearbeiten. Mit 300g/m² ist es ein mittel-schweres Papier. Ein Block hat 20 Blatt.

Weitere Details

Daten und Fakten

Oberflächen

  • Feinkorn
  • Grobkorn
  • Satin

Gebinde

Vierseitig verleimte Blöcke mit 20 Blatt:

  • 12,5 x 18 cm
  • 22.8cm x 30.4cm
  • 23 x 30,5 cm
  • 30,5 x 45,5 cm
  • 35,5 x 51 cm

Platz 2: Canson Montval 300g/qm

Angebot
Montval 300g/m², 24 x 32 cm, 12Blatt

  • vierseitig verleimt
  • naturweiß
  • 300g/qm
  • feine Körnung
  • cold pressed
  • säurefrei
  • ohne optische Aufheller
  • Fungizid-behandelt

Ich mag das Montval „Aquarelle“ sehr gerne. Es hat eine schön fein strukturierte Oberfläche. Man kann es super für die Nass-in-Nass-Technik verwenden und es gibt diverse Formate auf dem Markt.

Außerdem gibt es einen sensationellen 100-Blatt-Block, den ich seit Jahren nutze und der anscheinend nie leer gehen will. Ich habe ihn in den „Daten und Fakten“ verlinkt.

Weitere Details

Daten und Fakten
Oberfläche
  • Aquarelle – fein strukturiert
  • Torchon – gröber strukturiert
Gebinde

Als Block mit 12 Blatt:

  • 10.5 x 15.5 cm (Postkartenformat)
  • 18 x 25 cm
  • 24 x 32 cm
  • 30 x 40 cm
  • 36 x 48 cm
  • 40 x 50 cm
  • Din A3

Als Rolle 1.52 x 10 m.

Als Maxi-Pack mit 100 Blatt (einseitig verleimt) 32 x 41 cm* (Din A3) und 24 x 32 cm*.

Weiteres

Die Canson Montval Blöcke sind aus 100% Cellulose und es gibt sie in nahezu jedem erdenklichen Format.

Zudem gibt es neben den normalen Aquarellblöcken auch noch Spiralblöcke. Ich weiß nicht, ob meine Liste hier oben vollständig ist. Das sind alle Formate, die ich in 15 Minuten gefunden habe. Vielleicht gibt es ja sogar noch mehr. Es würde mich nicht wundern.

Die Bewertungen, die ich gefunden habe, entsprechen auch meinen Erfahrungen. Nahezu 100% aller Bewertungen haben 5 Sterne und alle Kommentare sind durchweg positiv. Am meisten wird gelobt, dass das Papier flach liegen bleibt, während man arbeitet.

Platz 3: Hahnemühle Leonardo 600g/qm matt

Aquarellblock Leonardo matt 600g/m², 24x32cm, 10Blatt

  • Echt-Bütten Aquarellkarton
  • naturweiß
  • säurefrei
  • lichtbeständig
  • höchste Alterungsbeständigkeit

Der Echt-Bütten Aquarellkarton „Leonardo“ ist für sehr nasse oder größere Aquarelle gut geeignet. Er hat eine schöne Dicke. So wirkt er überaus edel und kostbar.

Weitere Details:

Daten und Fakten
Oberflächen

Den Aquarellkarton Leonardo gibt es in den Oberflächen matt, rau und satiniert. Es ist also für jeden etwas dabei.

Gebinde

Es gibt den Aquarellkarton Leonardo in verschiedenen Blöcken und als einzelne Papiere.

Blöcke mit je 10 Blatt:

  • 24 x 32
  • 30 x 40
  • 36 x 48

Bögen mit zweiseitigem Büttenrand matt und rau:

  • ca. 56 x 76, 5er Pack

Bögen, satiniert:

  • 56 x 76, 5er Pack
Weiteres

Den Echt-Bütten Aquarellkarton Leonardo habe ich noch im Künstlershop* gefunden.

Er ist natürlich sehr hochwertig und dementsprechend auch hochpreisig. Somit würde ich ihn definitiv als Profi-Papier einschätzen. Er ist nicht zum „ausprobieren“ geeignet, da er dafür durchaus zu schade ist.

Mein ausführlicher Testbericht

In diesem Beitrag habe ich meine Erfahrungen mit dem Hahnemühle Leonardo Aquarellkarton detaillierter beschrieben.

Platz 4: Hahnemühle Harmony 300 g/m², 12Blatt

Ein ganz bestimmter Fakt hat das Hahnemühle Harmony in meine Top 5 gebracht: Es lässt sich super scannen. Die Variante in satiniert ist wirklich super glatt. Man kann hervorragend darauf aquarellieren und sehr feine Illustrationen erstellen. Für botanische oder sehr filigrane Motive ist es bestens geeignet. Den Block gibt es auch in einem genauen A4-Format. Dadurch lässt sich das Bild später 1a auf den Scanner legen. Nasse Farben können problemlos bearbeitet und entfernt werden.

Weitere Details:

Daten und Fakten
Oberfläche
  • Matt
  • Rau
  • Satiniert
Gebinde
  • 24 x 30
  • 30 x 40
  • 40 x 50
  • A4 Spiralbindung
  • A3 Spiralbindung
  • 21 x 29,7 (A4)
  • 29,7 x 42 (A3)
Mein ausführlicher Testbericht

Ich habe bereits einen Testbericht inklusive Video über das Hahnemühle Harmony in Satiniert erstellt. Hier kannst du dir das Video ansehen.

Platz 5: Malzeit Aquarellblock 210g/qm

Malzeit Aquarellblock Din A4 matt 210g/m², Din A4, 10Blatt

  • einseitig verleimt
  • naturweiß
  • günstiges Einsteiger-Papier

Ich habe ehrlich gesagt, lange mit mir gehadert, ob ich diesen Block wirklich in meine Top 5 aufnehmen sollte.

Er hält qualitativ nicht mit den anderen Papieren mit. Dafür ist er allerdings recht günstig und eignet sich somit für Skizzen, Tests und das Anmischen und Testen von Farben.

Während andere Aquarellpapiere einem für Konzeptskizzen meist viel zu schade sind, ist mit diesem Block (der nicht einmal einen richtigen Namen hat) einer auf dem Markt, den man getrost für so etwas hernehmen kann.

Weiteres:

Daten und Fakten
Oberflächen

Die neuesten Blöcke, die ich gekauft habe, hatten eine matte Oberfläche. Früher waren sie immer rau. Ich weiß nun ehrlich gesagt nicht, ob sie nun ihr gesamtes Sortiment geändert haben, oder ob es zwei verschiedene gibt, die von den Händlern nur nicht ausgezeichnet werden.

Gebinde

Den Block der Firma Malzeit gibt es in Din A4 und Din A3. Die Maße sind Exakt und jeder Block hat 10 Blatt.

Weiteres

Ich selbst kenne die Marke Malzeit auch nur, seit ich eine Ausbildung zur Denkmalpflegerin gemacht habe. Dort wurde die Marke von allen Restauratoren geschätzt und immer wieder empfohlen. Also habe ich mich irgendwann selbst auf die Suche gemacht und unter anderem Aquarellpapiere gefunden.

Man merkt, dass diese Marke bei den Verkäufern nicht bekannt ist. Man bekommt sie fast ausschließlich im Restauratoren-Bedarf und auf Amazon. Hier haben die Verkäufer auch keine Ahnung, wie man einen Aquarellblock anpreist. Zugegebener Maßen, könne man die Artikelbeschreibungen deutlich verbessern und mit mehr Informationen ausschmücken.

Bei meinen Recherchen habe ich auch keinerlei Info oder gar eine Webseite zu der Marke Malzeit gefunden… Wer sie kennt, schreibt doch bitte mal in die Kommentare! Irgendwie finde ich nur auf mysteriöse Weise immer ihre Produkte, aber die eine Internetpräsenz mit diesem markanten Logo.

Mein ausführlicher Testbericht

In diesem Beitrag habe ich meine Erfahrungen mit dem Malzeit Aquarellpapier ausführlich beschrieben.

Welches Aquarellpapier soll ich denn nun nutzen?

Was ist gutes Aquarellpapier? Das ist super schwer zu beantworten, da die Lösung viel zu individuell ist!

In diesem Beitrag findest du Kriterien und viele Hinweise zum Thema Aquarellpapier. Ich gebe dir den bestmöglichen Überblick über diese hochkomplexe Wissenschaft. Denn dein persönlich perfektes Aquarellpapier wirst du nur selbst finden können. Ich mache dir hier in diesem Beitrag die Entscheidung leichter, mit welchen Papieren du anfangen kannst und worauf du generell achten solltest.

Der große Ratgeber zu #Aquarellpapier mit Materialien, Tipps, Techniken und Kaufkriterien
Der große Ratgeber zu #Aquarellpapier mit Materialien, Tipps, Techniken und Kaufkriterien

Auswahlkriterien vor dem Kauf

Grammatur / Gewicht

Man unterscheidet zwischen drei Gewichtsklassen beim Aquarell. Je nach Gewicht gibt es einige Aspekte, die man beachten sollte, bevor man sich entscheidet.

  • leicht: 120 – 300 gr / m² 
  • mittel: 300 – 600 gr / m²
  • schwer: 600 – 840 gr / m²

Leichtes Papier hat nicht so viel Volumen, um Feuchtigkeit aufzunehmen. Es ist also für Techniken mit wenig Wasser besser geeignet als für sehr nasse Arbeiten.

Schweres Papier hat sehr viel Volumen, da es meist auch entsprechend dick ist. Es hat viele Möglichkeiten, Feuchtigkeit zu speichern und gut zu verteilen. Es eignet sich also gut, um sehr nass zu arbeiten. Außerdem hat es aufgrund seiner Beschaffenheit auch eine gewisse Stabilität. Die lässt es auch für Laien sehr kostbar und edel erscheinen.

Oberflächenbehandlung

Maschinell hergestellte Aquarellpapiere haben einige Unterschiede in der Oberfläche. Wird ein Aquarellpapier mit Walzen geglättet oder gepresst, können dabei folgende Oberflächen entstehen:

  • Maschinenglatt
  • Satiniert
  • zweiseitig geglättet

Gestrichene Papiere entstehen, indem die Oberflächen mit bestimmten Präparaten behandelt werden. Da sich diese Oberflächenbehandlung durch Druck und Feuchtigkeit lösen kann, ist eher davon abzuraten, solche Papiere zu nutzen.

Körnung und Textur

Kurz gesagt gibt es glatte und raue Oberflächen.

Wir unterscheiden zwischen satiniert (glatt), matt (mittel) und rau. Andere Begriffe sind beispielsweise „Grain fin“ für glatt etc. Diese Bezeichnungen kommen meist aus dem französischen Bereich. Für den deutschen Markt sind aber viele Blöcke extra beschriftet.

Für unterschiedliche Motive eignen sich unterschiedliche Papiere.

Arbeitest du beispielsweise gerne sehr filigran und mit vielen feinen Linien, solltest du dir satiniertes / glattes Aquarellpapier ansehen. Hier lassen sich Details gut bearbeiten.

Arbeitest du gerne groß, mit viel Wasser und lässt dir Zeit, solltest du auf raue oder matte Oberflächen zurückgreifen. Außerdem empfehle ich dir hier, dich an Papiere mit mindesetens 300g/qm so halten.

Block oder Einzelblatt

Arbeitest du gerne direkt drauf los, solltest du dir Aquarell-Blöcke zulegen. Sie sind bei vielen Künstlern sehr beliebt, weil sie keinerlei Vorarbeit benötigen. Sie sind sehr praktisch und bequem.

Einzelbögen müssen aufgespannt werden. Daher ist eine umfangreiche Vorarbeit nötig. Nach dem Aufspannen muss dein Aquarellpapier dann auch noch mindestens 6 Stunden wieder trocknen, bevor du damit arbeiten kannst. Für hochwertige Auftragsarbeiten mit einer Entlohnung im vierstelligen Bereich, lohnt sich diese Arbeit, für den Teilzeit-Künslter ist das allerdings doch recht übertrieben.

Einseitig vs. vierseitig verleimt

Einseitig verleimtes Aquarellpapier eignet sich nur mäßig, um direkt darauf zu malen. Viel eher ist es ein Gebinde, damit deine Blätter nicht lose umher fliegen. Einseitig verleimte Aquarellbögen sollten aus dem Block gelöst und separat aufgespannt werden.

Aquarellpapier aufspannen

Ratgeber und Anleitung:

Aquarellpapier aufspannen

Wie mache ich das? Warum mache ich das? Soll ich Leim oder Aquarellklebeband benutzen?

Vierseitig verleimte Aquarellblöcke eignen sich, um direkt los zu arbeiten. Daher präferiere ich sie auch so sehr. Ich arbeite gerne an vielen verschiedenen Aquarellen gleichzeitig, lege manchmal welche für mehrere Wochen beiseite und arbeite erst dann weiter. Solange ich an einem Block nicht mehr arbeite, klappe ich ihn einfach zu und schiebe ihn in den Schrank zu den anderen.

Material

Was sind Hadern? Was ist Hadernpapier?

Hadern sind Fasern wie Baumwolle, Leinen, Hanf und Chinagras (Ramie). Früher wurden Hadern aus alten Lumpen aus Leinen gewonnen. Heute wird Baumwolle aus der Textilindustrie genutzt.

Das mit Hadern hergestellte Papier ist gewöhnlich fester und alterungsbeständiger als Papiersorten aus gebleichtem Zellstoff. Daher wird es natürlich sehr gerne für die Herstellung von hochwertigen Aquarellpapieren verwendet. Hadern finden außerdem auch bei Banknoten und Urkunden ihre Anwendung und gelten als das edelste Material, das in der Papierherstellung genutzt wird.

Aquarellpapier mit Hadern ist folglich ganz was feines! Wieder drei Gramm schlauer.


Häufige Fragen zu Aquarellpapier

Wie bekommt man Aquarellpapier wieder glatt?

Aquarellpapier wellt sich. Das ist ganz normal. Arbeitest du mit einem Block, sollte es sich wieder glatt ziehen, wenn es trocknet.

Um das Wellen zu vermeiden, kannst du einzelne Papiere auch nass aufspannen. Aber gehen wir einmal davon aus, dass du hier gelandet bist, weil du ein Bild hast, das sich wellt und das du nun im Nachhinein wieder glätten willst.

Hier die Methode meiner Wahl:

Du brauchst: klares Wasser, zwei Küchen-Handtücher, viele Bücher

Drehe dein Aquarellpapier mit dem Bild nach oben. Dann nimmst du dir einen großen Pinsel und klares Wasser oder einen Wassersprüher. Damit befeuchtest du nun gründlich und gleichmäßig die Rückseite deines Bildes. Anschließend legst du das Papier zwischen zwei saubere Küchen-Handtücher.

Damit dein Papier wirklich schön glatt wird, nimmst du dir nun noch einen großen Stapel schwerer Bücher. Die stapelst du auf dein behandtuchtes Aquarell. Achte dabei darauf, dass das unterste Buch in etwa die Größe deines Aquarells hat und dieses mit der Fläche komplett bedeckt.

Da Aquarellpapier ziemlich bockig und stabil sein kann, empfehle ich dir, lieber zu viele als zu wenig Bücher zu nutzen und das Aquarell dann mindestens 24 Stunden unter diesem Stapel zu belassen.

In diesem Video habe ich dir einige weitere Aquarellpapiere der Firma Hahnemühle vorgestellt. Hier erfährst du, worauf du bei welligem Papier achten solltest und ich zeige dir im Extrem-Experiment, wie du die Papiere wieder glatt bekommst.

Warum Aquarellpapier?

Um erfolgreich und vor allem mit Freude aquarellieren zu können, brauchst du das richtige Papier. Die Verwendung mit Wasser stellt die meisten „normalen Papiere“ vor Herausforderungen. Die speziellen Eigenschaften von Aquarellfarben sind ebenfalls ein wichtiger Grund für hochwertiges Aquarellpapier.

Kommen Wasser und Papier zusammen, wollen wir weiterhin Kontrolle über unsere Arbeit haben. Normales Papier ist für diese Anwendung einfach nicht konzipiert.

Bei Berührung mit Wasser reißen Aquarellpapiere nicht. Normale Papiere reißen durchaus. Das Bild ist hinüber und der Künstler traurig.

Ist Papier zu dünn, dann schlägt es bei der Berührung mit Wasser große Wellen. Das führt dazu, dass sich die Farbe in den Tälern sammelt. Das Papier wird dort durchweicht. Die Struktur des Papieres wird aufgelöst oder so empfindlich, dass es leicht reißt.

Auch wenn das Papier nicht reißt, dann sammeln sich in diesen Tälern die Pigmente und die Farbe wird nicht gleichmäßig. Fleckige Bilder entstehen und hinterlassen wieder einen traurigen Künstler.

Auch zu glattes Papier funktioniert nicht gut mit Aquarellpapier. Die Farbe perlt ab und auf dem Blatt ist kein Bild. Oder die Farbe perlt nur an manchen Stellen ab und wir haben wieder ein fleckiges Bild. Wenn das Bild im nassen Zustand vielleicht noch ganz gut aussehen könnte, wird man später enttäuscht. Durch die glatte Oberfläche konnten sich die Pigmente nicht mit dem Papier verbinden. Das bedeutet, dass die Farben nach dem Trocknen entweder verwischen oder gar abbröckeln können.

Auch die Oberflächenbeschaffenheit muss für Aquarelle genau abgestimmt werden. Ist sie nicht gleichmäßig genug, können sich die Pigmente unterschiedlich gut mit dem Papier verbinden und wir erhalten wieder Flecken.

Wir merken uns also: Gutes Aquarellpapier ist die Grundvoraussetzung für ein schönes Aquarell und einen glücklichen Künstler.

Was ist Aquarellpapier?

Der Verband deutscher Papierfabriken hat in seinem „Papier ABC“ (Stand November 2015) folgendes über seine Definition von Aquarellpapier geschrieben:

[Aquarellpapier ist] […] Zeichenpapier mit rauer oder strukturierter Oberfläche. Wasserfarben sollen vom Papier gut angenommen werden, aber nicht durchschlagen. Das Papier muss radierfest sein.

Außerdem sind Aquarellpapiere in ihrer Masse geleimt. Das macht sie besonders stabil und resistent. Häufig wird auch die Oberfläche geleimt, um bestimmte Maltechniken und Stile zu ermöglichen.

Welches Aquarellpapier eignet sich zum Scannen?

Aquarellpapier: welche Seite malen?

Generell haben fast alle Papiere eine „richtige“ und eine „falsche“ Seite. Das kommt durch die Herstellung von Papier im Allgemeinen. Während der flüssige Papier-Brei auf dem Sieb liegt und trocknet, sinken alle schweren Bestandteile nach unten in Richtung Sieb.

Bei Aquarellpapier ist es zusätzlich noch so, dass viele Papiere auf der Oberfläche geleimt werden. Das macht man, damit wir darauf besser arbeiten können und die Farben schöner werden. Da die untere Seite diese Behandlung nicht bekommt, hat Aquarellpapier ganz eindeutig eine „richtige“ und eine „falsche“ Seite.

Bei einem Block hat man keine Probleme, der wird richtig herum hergestellt.

Einzelne Bögen sind da schon schwieriger. Dafür haben sie aber auch ein Wasserzeichen. Ist das Wasserzeichen richtig herum, liegt auch das Blatt richtig herum vor dir.

Kannst du kein Wasserzeichen finden, weil du es vielleicht schon abgeschnitten hast oder eine 10m-Rolle verwendest, gehst du wiefolgt vor:

Schau dir die Oberfläche des Papiers ganz genau an. Die „richtige“ Seite ist meistens etwas heller. Bei handgeschöpften Papieren ist die Siebstruktur Oben auch meist etwas gleichmäßiger und feiner als die Unterseite.

HOT pressed und COLD pressed Aquarellpapier

Vielleicht bist du ein bisschen verwirrt über die Aufschrift Hot pressed oder Cold pressed, die du auf verschiedenen Aquarellpapieren findest.

Widmen wir uns beiden Themen separat und in aller Kürze:

Hot pressed Aquarellpapier

Eigenschaften:

  • glatte Oberfläche
  • wenig Struktur

Vorteile

  • sehr gut geeignet für Digitalisierung (Scannen und Fotografieren)
  • sehr gut für Detailarbeiten
  • sehr gut für Linienarbeiten in Tusche und Co
  • sehr gut für Effekte: Spritzer, wolkige Texturen etc.
  • gut für trockenere Arbeiten

Nachteile

  • Farbverläufe sind anspruchsvoll zu erstellen
  • Farben sind schwer zu überarbeiten oder vom Papier zu lösen
  • gleichmäßige Lasuren sind schwieriger
  • die Oberfläche ist empfindlich und leicht „overworked“

Cold pressed Aquarellpapier

Eigenschaften:

  • viel Struktur
  • raue oder matte Oberflächen

Vorteile

  • nimmt Farben sehr schnell auf (wie ein Schwamm)
  • trocknet langsamer
  • sehr robust (du kannst sehr lange darauf arbeiten, bevor die Oberfläche Schaden nimmt)
  • gut um Fehler auszubessern (z.B. Farben wieder abnehmen)
  • gut für gleichmäßige Lasuren
  • gut für nasse Arbeiten

Nachteile

  • ungeeignet für Detailarbeiten (Tusche, Tinte oder feine Linien)
  • die Farben wirken weniger strahlend im Vergleich zu hot pressed Aquarellpapier

Carrie hat auf ihrem englischsprachigem Blog „Watercolor Misfit“ ein paar Worte über Hot und Cold pressed Papers verloren.

Auf welchen Aquarellpapieren kann ich Masking-Fluid (Rubbelkrepp) benutzen?

Satinierte Papiere und Aquarellkarton mit glatter Oberfläche.

Auf rauen Oberflächen verbindet sich die Maskierflüssigkeit mit den Fasern. Willst du dann die Maske wieder entfernen, ist es sehr wahrscheinlich, dass dein Papier reißt. Das habe ich damals bei meinem Testbericht über das Bamboo-Aquarellpapier schmerzlich lernen müssen.

Aquarellpapier welche Stärke?

Pauschal lässt sich das wieder einmal nicht beantworten. Denn es kommt darauf an, was und wie du malen möchtest.

Ein gutes Mittelmaß für viele Techniken sind 300g/qm. Auf dünnerem Aquarellpapier würde ich generell nur ungern malen.

Allgemein gilt: Je nasser du malst, desto schwerer sollte dein Papier sein. Ein weiterer Punkt, den du dabei beachten solltest, ist natürlich auch die Oberflächenbeschaffenheit.

Je nasser du malst, desto rauer und dicker sollte dein Aquarellpapier sein.

Je detaillierter du malst, desto glatter sollte dein Papier sein. Hier kannst du dann auch dünnere Papiere nehmen, da du wohl weniger Wasser beim Malen benutzen wirst. Glaub mir.

Welches Klebeband für Aquarellpapier?

Für das Aufspannen von Aquarellpapier gibt es spezielles Aquarell-Klebeband. Nassklebeband verbindet sich untrennbar mit dem Aquarellpapier. Diese Methode des Aufspannens ist eine so genannte verlustreiche Methode. Du musst nämlich das Aquarellpapier hinterher an der Kante des Aquarellpapiers mit einem Cutter wieder von deiner Unterlage abschneiden.

Um dein Papier nur kurz oder provisorisch am Untergrund zu befestigen, kannst du normales feines Malerkrepp nutzen. Hier solltest du aber darauf achten, dass du das Papier wirklich nur ein paar Stunden am Klebeband lässt. Als Vorbereitung empfehle ich dir ausserdem, den Klebestreifen kurz an eine textile Oberfläche zu kleben und erst dann auf das Papier. Die Haftwirkung von Malerkrepp kann manchmal stärker sein, als erwartet. Dadurch kann es passieren, dass dein Aquarellpapier zerreißt, wenn du das Malerkrepp wieder vom Papier löst.


Abschlussworte

Jetzt hast du viel über Aquarellpapiere erfahren, kennst dich aus und kennst meine persönlichen Favoriten für unterschiedliche Maltechniken. Hast du noch andere Kriterien, die ich hier vergessen habe? Wonach entscheidest du? Oder hast du noch Fragen, die ich beantworten soll? Schreib es in die Kommentare!

Ich freue mich, von dir zu lesen!

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