Englische Schreibschrift • Deine Einführung mit Übungen

Englische Schreibschrift in Copperplate Beitrag auf farbcafe

Du interessierst dich für die englische Schreibschrift? Wunderbar! In diesem Bericht möchte ich dir diese Art der Kalligraphie auf leicht verständliche Weise nahe bringen. Ich verzichte auf umständliches Fachvokabular. Dieser Beitrag soll dir dazu dienen, diese wunderschönen Schriftarten näher kennen zu lernen.

Schöne Schriftarten

Man kann sagen, dass wir früher viel schöner geschrieben haben, als jetzt. Egal, ob es sich um „deutsche Schriftarten“ handelt oder um die filigranen, englischen Schreibschriften. Das liegt aber daran, dass wir uns früher generell mehr Mühe mit dem Schreiben gegeben haben. Es gab auch noch keine Kugelschreiber, mit denen wir schnell eine Notiz irgendwo hin schmieren konnten.

Je nach Schreibmeister-Lehrbuch gibt es natürlich immer wieder unterschiede zwischen den einzelnen Kalligraphie-Schriften.

So kann man sich zum Beispiel darüber streiten, ob bei der Spencerian die Großbuchstaben wirklich etwas kleiner sind als bei der Copperplate. Natürlich jeweils an ihren Kleinbuchstaben orientiert. Aber wir dürfen bei aller Genauigkeit auch nicht vergessen, dass es sich hier um Handschriften handelt. Und diese sind immer individuell.

Englische Schreibschrift lernen

Um die schöne englische Schreibschrift zu lernen, fängst du am besten ganz unvoreingenommen an. Die beste Methode ist natürlich, mit ausgearbeiteten Übungsbögen zu lernen. So macht man am wenigsten Fehler und kann sich immer selbst korrigieren.

Copperplate vs. Spencerian
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Um schön zu kalligrafieren, beginnst du am besten groß. Je größer du deine Übungen machst, desto genauer kannst du die Buchstaben nachzeichnen. Dadurch wird die Hand gut geübt und die Formen gehen dir in Fleisch und Blut über. Später kannst du dann immer noch klein schreiben.

Die beiden bekanntesten, englischen Schreibschriften sind wohl die Copperplate und die Spencerian Calligraphy. Anfänglich verwirrt es durchaus, diese beiden Schriften nebeneinander zu sehen. Sie sind sich einerseits so ähnlich und doch so anders.

In den folgenden Zeilen erfährst du, was sie unterscheidet:

Copperplate Kalligraphie

Die englische Schreibschrift Copperplate zeichnet sich durch ihre starken Abstriche aus. Es gibt sehr viele markante dicke Striche, die die Copperplate sehr lebendig macht. Sie ist dadurch sehr ausdrucksstark.

Die Copperplate Kalligraphie ist im Gegensatz zu den gebrochenen Kalligraphieschriften sehr filigran und fein. Im Gegensatz zur Spencerian wirkt sie aber sehr statisch und stark. Sie hat schon fast etwas Männliches, wenn man sie miteinander vergleicht.

Ratio Copperplate
Copperplate englische Schreibschrift Ratio 2 zu 3

Die Copperplate hat eine Ratio von 2:3. Das bezieht sich auf das Raster, in dem die Schrift geschrieben wird. Es bedeutet, dass die X-Höhe (in der die Kleinbuchstaben stehen) 2 mal eine gedachte Höhe einnimmt. die Abstände zu den nächsten Raster-Linien sind 3 mal diese gedachte Höhe.

Spencerian Kalligraphie

Die englische Schreibschrift Spencerian ist sehr zart und schon fast fragil. Sie wird auch als die „Ladies Hand“ bezeichnet. Sie wird viel mit der Spitze der Feder geschrieben. Die dickeren Ausprägungen der Schrift sind sehr selten und fast ausschließlich bei den Großbuchstaben zu finden.

Die Spencerian Kalligraphie ist gerade in ihren Großbuchstaben (Majuskeln) sehr verspielt. Die vielen Schnörkel lassen die Schreibschrift sehr filigran und doch voll erscheinen. Da die Linien so dünn sind, sorgen die Schnörkel dafür, dass die Buchstaben ein angemessenes Gewicht behalten. Sie brechen den Weißraum auf.

Ratio Spencerian
Spencerian englische Schreibschrift hat eine Ration von 1 zu 2

Die Ratio bei der Spencerian liegt bei 1:2 bzw. 2:4. Damit ist sie in ihrer vertikalen Ausprägung nicht so stark wie die Copperplate.

Spencerian ist auf Eleganz und Geschwindigkeit optimiert. Die Buchstaben werden hier dynamisch miteinander verbunden. Durch die strikte Schräg-Stellung der Buchstaben, kannst du die Spencerian schneller schreiben. Alles bleibt im Fluss und die Handhaltung ist recht angenehm.

Das Material

Für die englische Schreibschrift nutzen uns unsere guten breiten Kalligraphie-Füller nichts. Sie sind ganz eindeutig für Schriften wie Gotisch Textur, Fraktur, Kurrent oder Schwabacher entworfen worden. Diese Kalligraphieschriften kann man damit super schreiben.

Für die eleganten und filigranen englischen Schreibschriften, brauchen wir flexible Federn und feine Spitzen. Am besten nutzen wir (als Rechtshänder) einen Oblique-Federhalter.

Hongma Schräger Federhalter aus Holz. Oblique-Kalligraphiefederhalter
Oblique Federhalter für Einsteiger. Hübsche Verzierung am Holz und guter Messingflansch für verschiedene Federn.

Linkshänder sind in diesem Fall gesegnet, weil sie einfach einen normalen Federhalter nutzen können. Eines sei aber gesagt: Ursprünglich wurden die alten Schreibschriften nicht für Linkshänder entwickelt. Es galt sogar als falsch und krank, Linkshänder zu sein. Dass sich die Rechtshänder nicht weiterhin so stark in Schule und Alltag durchsetzen, ist eine relativ neue Bewegung.

Spitzfedern

Für die englischen Schreibschriften brauchen wir flexible Spitzfedern. Wir bevorzugen hier Federn mit einer sehr fein zulaufenden Spitze. Diese Federn sind zwar etwas schwerer zu handhaben als ihre knubbeligen Geschwister, dafür bekommen wir aber die schönen feinen Haarlinien gut damit hin.

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Flexible Spitzfeder für kalligraphische Handschriften. Ideal für englische Schreibschrift, Anglaise, Copperplate und Spencerian. 3er Pack.

Wichtig ist hier, dass die Federn nicht zu flexibel sind. Das macht das genaue Schreiben gerade als Beginner völlig unmöglich.

Wir brauchen einen feinen Flex, der schöne Linien erlaubt. Hochelastische Zeichenfedern sind oft zu flexibel, da sie die Optik von Pinseln ersetzen sollen. Federn mit einer mäßigen Flexibilität sind gut geeignet für die englische Schreibschrift. Sie lassen sich biegen, haben aber auch noch etwas Eigenspannung.

Schreibfedern sind Verbrauchsgegenstände

Federn werden übrigens häufig im Sammel-Pack verkauft, da sie Verbrauchsgegenstände sind. Sie sind sehr empfindlich und halten nicht ewig. Gerade in Verbindung mit den Tinten werden sie schnell stumpf und kratzig. Dann muss man die Feder austauschen.

Das ist vermutlich ein Grund, warum inzwischen nur noch mit Füllfederhaltern und Kugelschreibern geschrieben wird. Da halten die Federn Jahrzehnte lang.

Die Feder auf Tinte vorbereiten

Es gibt einige interessante Methoden, mit denen man versucht, die Spitzfeder vorzubereiten. Manche lutschen auf den fabrikfrischen Federn herum. Andere flambieren sie und wieder andere stopfen sie in Kartoffeln.

Eine ganz einfache Methode ist aber die Zahnpasta-Wattestäbchen-Methode:

  1. Nimm dir ein trockenes, sauberes Wattestächen.
  2. Gib einen winzigen Klecks Zahnpasta darauf.
  3. Dann streichelst du mit dem Zahnpasta-Stäbchen die Feder erst innen und dann außen sanft entlang.
  4. Arbeite dabei immer in die gleiche Richtung: Also zB immer vom Ende zur Spitze.
  5. Spüle die Feder gründlich ab.
  6. Lass die Feder trocknen oder trockne sie mit einem fusselfreien, weichen Tuch ab (zB. ein Mikrofasertuch von deiner Sonnenbrille).

Die richtige Tinte

Eines ist leider Tatsache: Tinten, die für breite Federn sehr gut funktionieren, müssen für Spitzfedern keinesfalls funktionieren.

Die Tinte ist ein sehr kritischer Faktor bei der Kalligraphie mit der Spitzfeder. Ist die Tinte zu dünn, behält sie auf dem Papier die Form nicht. Ist sie zu dick, bleibt sie einfach an der Feder kleben.

Tinten können für Gewöhnlich mit Wasser verdünnt oder mit Gummi Arabicum angedickt werden.

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Mit Gummi Arabicum ist es möglich, jede Tinte anzudicken. Da ist etwas Fingerspitzengefühl und Erfahrung nötig. Du kannst es einfach ausprobieren, indem du dir ein wenig Tinte in ein anderes Gefäß umfüllst.

Ich rate dir, das Andicken oder verdünnen nicht in deinem normalen Tintenfass zu probieren. Da geht einfach zu oft etwas schief. Ein paar Tropfen zu viel Wasser oder zu viel Gummi Arabicum können dir dein ganzes Tintenfass ruinieren.

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Um mit einem Oblique Halter zu schreiben, brauchst du ohnehin ein kleines Tinten-Gefäß, das gut auf die Neigung der Feder abgestimmt ist. In diese Gefäße passt auch nur sehr wenig Tinte auf einmal. Da die Tinte von Tag zu Tag neu abgefüllt wird, ist es immer ein wenig umständlich, die Textur wieder neu zu treffen.

Eisengallus-Tinte

Zum Glück gibt es auch heutzutage noch die ein oder andere Tinte, die gut mit der Spitzfeder funktioniert. In Deutschland sind sie allerdings noch echt schwer zu finden. Speziell die Tinten für die Spitzfeder sind hierzulande sehr rar. Das liegt wohl auch an der geringeren Verbreitung dieser Schreibschrift. In Deutschland sind eben die Bandzugfedern zuhause.

Leider sorgt der hohe Säuregehalt der Eisen-Gallus-Tinten dafür, dass die Federn schnell verschleißen. Sie werden schnell stumpf oder kratzig. Papier mit Holzanteil wird durch die Säure ebenfalls beschädigt (auch wenn das gut 100 Jahre dauern kann).

Da hilft nur, sich gleich einen großen Stapel seiner Lieblingsfedern zuzulegen. Manchmal gibt es nämlich auch Lieferengpässe. Gerade, wenn es kurzfristig wieder einen Kalligraphie-Hype gibt.

Englisches Alphabet

Das englische Alphabet ist im Gegensatz zu unserem Deutschen ein wenig reduzierter. Das macht es einfacher. Im Englischen gibt es kein ß und auch keine komplizierten Regeln für doppelte S, Rund-S oder Lang-S. All das gibt es nicht. Auch Umlaute wie ä. ö und ü fallen weg.

Jeden Buchstaben gibt es in groß und klein und das war’s. Im Englischen werden die meisten Wörter auch klein geschrieben, was einen englischen Text sehr angenehm zu lesen macht. Die Majuskeln sind wirklich auffallend für Satzanfänge oder Namen.

Schreibt man einen deutschen Text mit einer englischen Schreibschrift, sieht das ganz anders aus, als wenn ein englischer Text damit geschrieben wird.

Anglaise Kalligraphie

Anglaise ist die ursprüngliche bzw. fachmännische Bezeichnung für englische Schreibschrift.

In der Kalligraphie ist es üblich, sehr sauber und korrekt zu schreiben. Auch wenn die Anglaise dem Namen nach eine Schreibschrift ist, wird auch hier viel Wert auf die genauen Abstände der Buchstaben zueinander gelegt. Durch die Schrägstellung der einzelnen Buchstaben und die korrekte Anordnung, entsteht ein harmonisches Schriftbild.

Das unterscheidet eine Kalligraphie von einer „hingeschmierten Handschrift“.

Kalligraphie „Anglaise“ Anleitung

Bei der Anglaise gibt es, wie bei allen anderen Schriften auch, Basisübungen. Da lohnt es sich wirklich, einige Zeit zu investieren. Es gibt ein tolles traditionelles Übungsbuch. Es bezieht sich auf die Spencerian Kalligraphie und ist mit einer Unmenge an Übungen ausgestattet.

Hier fängt man ganz klassisch mit den ersten Strichen und Bögen an und geht später dazu über, Buchstaben zu konstruieren.

Spencerian Penmanship Theory +5 Copybooks
Hier handelt es sich um einen Nachdruck der traditionellen Spencerian Lehrbücher. Das Set besteht aus einem informativem Büchlein, das früher vermutlich von den Schülern auswendig gelernt werden musste, und aus 5 Übungsheften zum Reinschreiben. Alles natürlich auf englisch.

Dadurch, dass die Spencerian so wenige Schattierungen (also dicke Striche) hat, lässt sie sich sehr gut auch mit einem Bleistift üben. Das würde ich generell auch empfehlen, weil das viel schneller geht. Die Form der Buchstaben ist das Wichtigste.

Später kannst du dich noch mit der Feder und dem Tintenfluss herum schlagen. Zum Üben würde ich das nicht unbedingt empfehlen. Da geht das Lernen dann einfach viel langsamer.

Kalligraphie „Anglaise“ lernen

Um die Anglaise zu lernen, gibt es natürlich die Basisstriche. Die kannst du direkt jetzt und mit einem Blatt Papier und einem Bleistsift üben.

Für die erste Übung kannst du dir ein Karo-Papier oder eines mit Linien nehmen. Dazu einen normalen Bleistift (also keinen Druckbleistift).

Für die erste Übung zeichnest du eine Reihe lang kurze, gerade Striche. Diese Striche sollen nach Lehrbuch einen 52° Winkel haben. Das ist also etwas steiler als 45°.

Übung 1
englische Schreibschrift lernen Übung 1 Gerader Strich

Die zweite Übung beschäftigt sich mit allen Aufstrichen, die dazu dienen, verschiedene Buchstaben zu konstruieren. Aufstriche werden auch vor jedem Buchstaben genutzt, um ihn mit seinem Vorgänger zu verbinden.

Traditionell gibt es auch Aufstriche vor dem ersten kleinen Buchstaben des Wortes. Jeder Buchstabe ist also am Anfang mit der Grundlinie verbunden.

Übung 2
englische Schreibschrift lernen Übung 2 abwärts gebogener Strich

In der dritten Übung werden wir auf bauchige Buchstaben wie das kleine a vorbereitet. Der aufwärts gebogene Strich begleitet uns immer dann, wenn wir die Feder (oder den Stift) in einem Bogen nach oben vorwärts schieben.

Übung 3
englische Schreibschrift lernen Übung 3 aufwärts gebogener Strich

In der vierten Übung verbinden wir zwei abwärts gebogene Striche schnell hintereinander. Der erste Strich beginnt an der Grundlinie, der letzte Strich endet auf der x-Höhe (das ist die Linie, an der die kleinen Buchstaben oberhalb begrenzt werden).

Übung 4
englische Schreibschrift lernen Übung 4 zwei Bögen zum kleinen i

Die fünfte Übung verbindet den bauchigen Aufstrich mit dem nach unten gebogenen Aufstrich. Durch die Kombination von beiden werden nun schon die ersten Buchstaben konstruiert. In diesem Fall haben wir hier das kleine n.

Übung 5
englische Schreibschrift lernen Übung 5 das kleine n

Die logische Weiterführung dieser Übung ist das kleine m. Das ist die sechste Übung. Setzen wir noch einen Bogen dazu, bis wir den Buchstaben beenden. Jetzt haben wir unser kleines Raster ausgefüllt und haben einen ausufernden Buchstaben eingefügt.

Übung 6
englische Schreibschrift lernen Übung 6 das kleine m

Übung 7 geht ganz einfach, wenn wir die vorhergehenden Übungen fleißig gemacht haben. Hier geht es darum, die zweite Linie genau so anzusetzen, dass sie die erste in der Mitte trifft. Das braucht gerade am Anfang etwas Geduld, aber mit einer Vorlage ist auch das ziemlich einfach.

das kleine x
englische Schreibschrift lernen Übung 7 das kleine x

In Übung 8 geht es rund. Ha! Wortwitz. Es geht nämlich um das kleine „o“. Wir beginnen mit dem bauchigen Strich nach oben, dann kommt ein weniger steil geneigter bauchiger Strich nach unten und dann geht es wieder hoch. Jetzt kommt im Falle des O ein kleiner Kringel dran. Wenn wir daraus ein A machen wollen, folgt stattdessen ein Bogen wie nach dem i.

Übung 8 kleines o
Übung 8 kleines o

Natürlich gibt es noch einige Übungen mehr. Aber diese sollten für den Anfang reichen. Wenn du nach den alten originalen Lehrbüchern gehst, dann wird jeder dieser Striche nicht etwa eine Zeile lang geübt… sondern eine ganze Seite lang.

Ja, eine ganze große Din A4 Seite mit vielen kleinen 5mm hohen Strichen oder Bögen. Wenn du das durch hast, dann hast du wirklich gut geübt.

Heutzutage schreibt aber keiner mehr so ordentlich und niemand nimmt sich noch die Zeit für diese Art der Perfektion. Für eine hübschere Handschrift sind die oben genannten Übungen schon mal ein guter Anfang.

Für echte Perfektion würde ich aber wirklich noch etwas umfangreicher üben.

Englische Schreibschrift Vorlage

kalligraphie englische schreibschrift (folgt)

englische schreibschrift anleitung (folgt)

englische schreibschrift alphabet (folgt)

Berthold Englische Schreibschrift

Die Berthold Englische Schreibschrift ist eine Premium-PC-Schrift. Warum ich sie erwähne? Weil sie wohl eine der bekanntesten Schreibschrift-Fonts ist. Sie wurde schon 1972 entworfen und wird immer noch für um die 120$ verkauft. Du kannst sie als Font herunterladen.

Screenshot
Berthold Schreibschrift Vorschau

Meiner Meinung nach schwächelt sie ein bisschen und bedarf einer Überarbeitung. Neuere Fonts schaffen es, zwischen den Buchstaben keinerlei Lücke mehr zu lassen.

So sieht die Berthold-Schrift doch recht abgehackt aus. Du kannst ganz deutlich sehen, dass sie mit dem PC getippt wurde.

englische schreibschrift zahlen

Englische Schreibschrift und ihre Linien

Es gibt verschiedene Raster, auf der die englische Schreibschrift aufgebaut ist. Dieses Raster kannst du entweder je nach Untergrund selbst zeichnen oder dir fertig ausdrucken.

Der Vorteil am Selbstzeichnen ist natürlich, dass du frei variieren kannst. Außerdem ist es so möglich, die Größen individuell anzupassen.

Linienraster bei der englischen Schreibschrift

Generell bist du bei den Schreibschriften freier als bei den gebrochenen Schriften. Die dünnen Linien sind schließlich immer so dünn, wie es nur geht. Prinzipiell kannst du die englische Schreibschrift, jedenfalls die Ladies Hand, auch mit einem Fineliner oder Bleistift schreiben. Es kommt hier hauptsächlich auf die Form der Buchstaben an. Die breite der Striche spielt eine zurückhaltende Rolle.

Das Raster ist immer nach einem ähnlichen Schema aufgebaut. Du kannst mit der Basislinie beginnen. Auf ihr stehen deine Buchstaben. Anschließend kannst du entweder die oberste Grenze deiner Schrift definieren, oder mit der Höhe der kleinen Buchstaben beginnen.

Du richtest dich beim zeichnen der Linien an die Ratio, die sich jeweils bei Copperplate und Spencerian unterscheidet. Weiter oben im entsprechenden Abschnitt habe ich sie beschrieben.

Du kannst dir aber auch diese kleine Vorlage zum Ausdrucken herunter laden. Dann kannst du erst einmal üben.

Hast du lange genug geübt, weißt du, wie groß die Buchstaben sein müssen. Irgendwann reicht dir dann die Grundlinie. Wenn wir eine neue Schriftart lernen, ist es in etwa immer so wie damals in der Grundschule. Da hatten wir ja auch ein Heft mit ganz vielen Linien, so lange, bis wir die Höhen der Buchstaben verinnerlicht hatten.

Beide Vorlagen findest du in meiner kostenlosen Ressourcen Bibliothek zum Download.

Ascender & Descender

Wenn du englische Schreibschrift, Copperplate oder Spencerian in Google eingibst, dann wirst du über die Begriffe Ascender und Descender stolpern.

Das bedeutet ganz einfach Überlänge und Unterlänge. Diese Bereiche markieren, wo deine Buchstaben sitzen und wie weit sie auskragen.

Deine kleinen Buchstaben stehen in der Basis. Darüber kragen sie nicht hinaus. Ausnahmen sind natürlich d, f, g und so weiter. Die Überlängen sind für diese Auskragungen. So kannst du immer ganz genau sagen, wo der i-Punkt hin muss, bis wo hin die Bögen gehen und so weiter.

Ascender & Descender
Ascender = Überlänge & Descender = Unterlänge (Copperplate)

Mit sehr viel Übung brauchst du diese Linien nicht mehr. Gerade am Anfang machen diese Hilfslinien aber sehr viel Sinn und erleichtern dir das Schreiben. Wenn du sie mit einem Bleistift ziehst, kannst du sie auch einfach wieder wegradieren.

Schöne Schreibschrift Fonts

Es gibt ja leider relativ wenige Schreibschrift-Fonts, die was für uns hier in Deutschland taugen. Daher habe ich meine Lieblinge mal zusammen gestellt. Es sind alles kostenlose Fonts, die du für den privaten Gebrauch downloaden kannst.

Tolle Schreibschrift Fonts für die deutsche Sprache mit Sonderzeichen.
Pin mich!
  • Hijrnotes
  • Glaston
  • Exmouth
  • Khatija Calligraphy
  • Distant Stroke
  • Sverige Script

Du findest alle diese Schriftarten auf dafont!

Copperplate & Spencerian mit dem Brush Pen

Für all die Lettering-Queens und -Kings da draussen, die seit Jahren schon mit kleinen Brush Pens arbeiten… für all die habe ich eine gute Nachricht.

Die Copperplate Calligraphy lässt sich nämlich hervorragend mit einem kleinen Pinselstift schreiben. So umgehen wir Tintenkleckse und kratzige Federn. Die Übungen und Bögen lassen sich damit richtig gut umsetzen.

Für die Spencerian würde ich bei der Verwendung eines Brush Pens einen sehr großen Raster-Abstand wählen. So dünne Linien wie mit einer Feder bekommen wir nämlich auch mit dem neuesten Pinselstift nicht hin.

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Einführungen in bestimmte Schriften

Ressourcen und Hilfsmittel

Nachweise, Quellen und interessante Seiten zum Thema:

Golden Age of Ornamental Penmanship in America

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