Vorzeichnungen und Outlines in Aquarell

Wie kann ich meine Vorzeichnung unsichtbar machen oder Outlines zeichnen, die nicht verschwimmen?

– Oft gestellte Frage

Diese Frage werde ich in diesem Beitrag beantworten.

Video:

Die Vorzeichnung drückt sich durch

Ein Problem bei Vorzeichnungen mit Bleistift ist, dass sie manchmal unschön und dunkelgrau zu sehen sind, wenn wir mit unserem Aquarell fertig sind.

Man kann das einerseits als Stilmittel nutzen und vielleicht sogar Struktur und Schattierungen in das Aquarell bringen, oder man stört sich daran. Es gibt mehrere Möglichkeiten, die Vorzeichnungen verschwinden zu lassen oder sie so abzumildern, dass man sie kaum sieht.

Eine Grundvoraussetzung für das „Unsichtbar werden“ der Vorzeichnung ist, dass wir unsere Farben auch wirklich dort enden lassen, wo unser Strich ist. Ist ein Strich mitten in einer einheitlichen Fläche, wird es sehr schwer werden, ihn nicht mehr zu sehen.

An einer Farbkante nimmt unser Auge einen Strich nicht mehr so wahr, weil dort ohnehin ein Umbruch stattfindet.

Möglichkeit 1: weicher Bleistift und Knetgummi

Mit einem herkömmlichen Knetgummi kann man weiche Bleistiftlinien (HB oder weicher) fast bis zur Unkenntlichkeit wieder vom Aquarellpapier entfernen.

Das kann zwar einige Zeit und etwas Mühe brauchen, aber so kann man sehr, sehr helle Linien erzeugen. Dadurch, dass der Bleistift weich ist, wird das Graphit auch nur oberflächlich aufgetragen und kann so mit dem Knetgummi weg-getupft werden.

Würde man einen harten Bleistift nutzen, würde sich die Spitze des Stiftes in das Papier drücken und dort Furchen hinterlassen, die mit großer Wahrscheinlichkeit später zu sehen sind.

Außerdem lässt sich mit einem herkömmlichen Bleistift auf Aquarellpapier nur schwer radieren, ohne dass man das Risiko eingeht, die Oberfläche zu beschädigen.

Der Knetgummi, sollte qualitativ hochwertig sein. Knetgummis sind dennoch nicht teuer. Für etwa 2€ kann man einen zum Beispiel bei Amazon bekommen. Günstigere Knetgummis kann ich aus eigener Erfahrung nicht empfehlen, weil sie die Farbe kaum aufnehmen und eher noch weiter im Papier verteilen.

Meinen Knetgummi von Faber Castell habe ich beispielsweise 2008 zum Start meines Studiums gekauft und nutze ihn immer noch. Die 2€ waren also wirklich gut investiert.

Möglichkeit 2: Aquarellstifte für die Vorzeichnung nutzen

Hat man schon grob eine Ahnung und beispielsweise eine Vorzeichnung auf einem Schmierblatt, kann man die Reinzeichnung direkt auf dem Aquarellpapier vornehmen.

Stifte, die sich bei Wasserberührung auflösen eignen sich da sehr gut, wenn man wirklich keine Vorzeichnung mehr sehen möchte.

Aquarellstifte sind in trockenem Zustand wie Buntstifte und verwischen bei der Berührung mit Wasser. Wenn man nicht zu sehr aufdrückt, bleiben bei qualitativ guten Aquarellstiften keine Rückstände mehr auf dem Papier zu sehen.

Wir nutzen also für die Outlines der Vorzeichnung eine ähnliche Farbe, wie die Fläche später haben soll. So geht die Umrandung später direkt in die Fläche über und wird unsichtbar.

Außerdem kann man Aquarellstifte später auch noch nutzen, um weitere Details oder Strukturen in die Zeichnung zu setzen.

Wenn man bei Aquarellstiften nicht aufpasst, kann es sogar passieren, dass man seine Vorzeichnung später nur noch so schemenhaft erkennt, dass man gar nicht mehr weiß, wo man jetzt welche Details hinein malen soll.

Sie eigenen sich also hervorragend, wenn die Vorzeichnung später ganz verschwinden soll.

Hier gibt es natürlich auch wieder verschiedene Qualitäten. Aquarellstifte gibt es inzwischen an jeder Ecke, dabei macht es aber einen großen Unterschied, ob man beispielsweise welche aus dem 1€-Laden, beim Drogeriemarkt um die Ecke oder eben von traditionellen Marken wie Faber Castell nutzt. Ich persönlich nutze die Aquarellstifte von Faber Castell und Staedtler.

Umrandungen zeichnen / Outlines

In diesem Beitrag möchte ich zwei verschiedene Methoden für Outlines vorstellen. Die erste braucht gar kein neues Equipment, die zweite einen tollen weiteren Stift. Die beiden Methoden unterscheiden sich grundlegend.

Outlines mit Tusche vor dem Aquarellieren zeichnen

Für gut sichtbare Outlines kann man Tusche oder Tuschestifte nutzen. Ich finde Tuschestifte sehr angenehm, da sie nicht kleckern, einen Deckel haben, einfach in der Anwendung sind. Es gibt sie inzwischen in mehreren verschiedenen Farben, sodass man auch in Sepia, Rot oder Blau zeichnen kann. Ich nutze allerdings bisher immer Schwarz. Die Tuschestifte von Faber gibt es in verschiedenen Breiten von XS für ganz kleine Details bis zu einem extra großen B für eine Pinselstift-Spitze.

Nachdem wir nun unsere Bleistiftzeichnung mit einem nicht zu harten Stift ausgestaltet haben, nehmen wir unseren Tuschestift und ziehen die Linien nach. Anschließend können wir die Bleistift-Striche mit einem Knetgummi weg tupfen. Je weniger wir aufgedrückt haben, desto leichter geht das.

Nachdem die Tusche dann getrocknet ist, was für Gewöhnlich nur wenige Sekunden dauert, können wir direkt mit dem Aquarellieren beginnen und die Striche bleiben, wo sie hin gehören.

Der große Vorteil von diesen Tuschestiften ist, dass sie wirklich sehr schnell trocknen und ihre Linien überhaupt nicht verwaschen. Nichts ist ärgerlicher, als wenn die minutiöse Zeichnung mit dem falschen Stift gemacht wurde und anschließend das ganze Bild versaut ist.

Das kann übrigens auch passieren, wenn man bei Tusche aus dem Glas nicht lange genug wartet ODER wenn man die Tusche nicht gründlich genug gerührt hat.

Outlines nach dem Aquarellieren mit Aquarellfarbe oder anderen Stiften ziehen

Die andere Methode ist, die Outlines zu zeichnen, nachdem das komplette Bild gezeichnet und alle Schattierungen gesetzt wurden.

Dann sieht das Bild bis zu den Outlines meist ein wenig nackt aus. Aber man kann mit einer dunklen und deckend angemischten Aquarell-Farbe und einem dünnen Pinsel schöne Outlines ziehen. Alternativ kann man auch warten, bis das Bild komplett getrocknet ist, und dann Tinte, Tusche oder andere Filzstifte nutzen.

Mit den Outlines können auch Linien der Vorzeichnung wieder überdeckt werden.

Materialien

Die für diesen Bericht verwendeten Materialien sind:

Volle Transparenz: Dieser Beitrag beinhaltet werbende Inhalte zu meinen Produkten und/oder Werbe-Links zu Produkten, die ich nutze und liebe. Letzteres kannst du am * nach dem Link erkennen. Ich wurde in keinem Fall von Unternehmen oder Produkt-Anbietern dafür bezahlt, sie einzubinden!

Ich hoffe, diese Erklärung war für dich nützlich und aufschlussreich.

Wir sehen uns beim nächsten Mal,
deine Julia

Welches Material brauche ich wirklich?

In meinem PDF Guide habe ich meine Erfahrungen und mein Wissen rund um Aquarell für dich zusammen gefasst. Hier findest du die Essenz meiner Jahre mit Aquarell.

Ich zeige dir in diesem Guide, in dem du viele Links anklicken kannst, welches Material du eigentlich wirklich brauchst. Und glaub mir, es ist gar nicht so viel, wie man anfangs glauben mag. Du erfährst, welcher Aquarellkasten mich seit über 10 Jahren begleitet und die ein oder andere Alternative zeige ich dir auch auf.

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4 Idee über “Vorzeichnungen und Outlines in Aquarell

    • Julia sagt:

      Hallo Kathrin, ich habe den Pitt Artist Pen von Faber Castell in XS benutzt. Ich habe ihn dir gerade mal rausgesucht: Hier gibt es ihn auf Amazon günstig im Set KLICK*. Viel Spaß damit, deine Julia

  1. Gabriele Sch. sagt:

    Vielen Dank liebe Julia für diese leicht verständliche Erklärung … Freue mich auf viele weitere Anleitungen.
    Liebe Grüße von Gabriele

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