iPad Lettering: Wie es funktioniert und deine Letterings revolutioniert

Vor einigen Jahren zauberte Apple ein iPad mit Stift aus dem Hut. Über Nacht wurde damit jedes Grafiktablett in den Schatten gestellt: Dank ApplePencil und iPad war es plötzlich möglich, fast wie auf Papier zu schreiben! In Kombination mit der passenden App wurde das iPad Lettering innerhalb kurzer Zeit extrem populär. In diesem Artikel erfährst du, warum das digitale Handlettering so genial ist und welche typischen Fehler du vermeiden solltest.

iPad oder Grafiktablett

Der große Vorteil des iPads ist die völlig unabhängige Nutzbarkeit. Es ist kein weiterer Rechner oder Bildschirm nötig und es kann überall genutzt werden. Keine störenden Kabel, kein Stromanschluss – und dabei noch super schlank. Quasi wie ein Blatt Papier (nagut, fast). Durch den Stift lässt es sich besonders natürlich malen und schreiben.

Früher war dies nur mit (sehr teuren) Grafiktabletts möglich. Wenngleich die anderen Hersteller mittlerweile ebenfalls tolle Geräte anbieten, so ist die Kombination aus Tablet und Grafiktablett einfach unfassbar praktisch – und daher zu meinem treuen Begleiter geworden.

Vorteile des digitalen Letterings

Das Lettering auf dem iPad (auch „digitales Lettering“) bietet große Vorteile gegenüber dem analogen Handlettering. Auf einige besonders wichtige Faktoren möchte ich nachfolgend kurz eingehen:

  • Ebenen​: Beim iPad Lettering musst du deine Kunstwerke nicht auf ein einzelnes Blatt Papier bringen. Du kannst einzelne Wörter oder Effekte auf mehrere Ebenen verteilen und diese nachträglich verändern, verschieben oder wieder entfernen. Die Ebenen kannst du dir wie mehrere Folien vorstellen, die du übereinander legst. Deine Zeichnungen verteilst du ganz nach Belieben auf diesen Folien.
  • Schritte Rückgängig machen​: Du hast dich verschrieben oder vermalt? Kein Problem. Das iPad speichert alle deine Schritte und du kannst einfach einen oder mehrere Schritte zurückspringen und es erneut versuchen. Bis der Strich perfekt gelingt!
  • Hilfslinien​: Saubere, harmonische Letterings entstehen durch die richtige Vorbereitung. Dazu gehören Skizzen und Hilfslinien. Auf dem iPad kannst du deine Hilfslinien besonders schnell und einfach erzeugen und sie nach dem finalen Lettering ebenso simpel wieder entfernen. Ganz ohne lästiges radieren… Auch komplexe Hilfslinien (zum Beispiel mit mehreren Fluchtpunkten) lassen sich digital super erzeugen.
  • Weiterverarbeitung​: Was bereits digital erstellt wird, muss nicht nachträglich gescannt oder fotografiert werden. Deine iPad Letterings kannst du direkt als Grafik auf deiner Webseite nutzen oder bei Instagram posten.

Die Kombination dieser wenigen Faktoren führt bereits dazu, dass du deine Handletterings viel besser planen und umsetzen kannst.

Je nach Einsatzzweck bietet das iPad Lettering natürlich noch viele weitere Vorteile, die es für dich zu entdecken gilt.

Gefahren des iPad Letterings

Wo Licht ist, gibt es auch Schatten. Und so hat das digitale Lettering auch einige potentielle Nachteile, die du kennen solltest. So hast du die Möglichkeit, die größten Fehler direkt zu vermeiden.

  1. Es geht nicht von selbst! Vergiss die Vorstellung, dass das iPad alles für dich macht. Am Ende musst du immernoch den Stift ziehen. Und zwar sauber und mit der richtigen Technik. Nur weil du ein geniales Werkzeug hast, heißt es nicht, dass du es auch sofort bedienen kannst. Für schöne iPad Letterings ist einiges an Übung nötig. Parallel musst du außerdem lernen, mit dem iPad an sich umzugehen.
  2. Digitale Letterings wirken oft kühl und charakterlos. Besonders wenn du neu anfängst, wirst du merken, dass tiefschwarze Schrift auf einem 100% weißen Hintergrund schnell langweilig aussieht. Hier ist die digitale Welt zu perfekt. Die Kunst ist es, Texturen und Struktur einzubringen, sodass dein iPad Lettering den Charme eines handgeschrieben Werkes bekommt.
  3. Versteife dich nicht auf rein digitale oder analoge Letterings. Die zwei Welten sind nicht getrennt zu betrachten, sondern als gemeinsame Chance. So kannst du zum Beispiele analoge Skizzen machen und diese digital Nachzeichnen. Oder du erstellst dir ein Raster auf dem iPad, welches du später für dein Lettering auf Papier nutzt. Es gibt unzählige Möglichkeiten die Vorteile aus beiden Welten zu nutzen.

Je besser du bereits analog lettern kannst, desto einfacher wird dir der Einstieg in das iPad Lettering fallen. Wenn du ausschließlich digital arbeiten möchtest, ist das natürlich auch in Ordnung. Dir muss nur bewusst sein, dass du die nötig Übung für das Handlettering damit nicht überspringen kannst.

Die beste App zum Lettern

Es gibt viele Apps, mit denen du digital Schreiben kannst. Eine App hat sich in den letzten Jahren allerdings als Platzhirsch etabliert und bietet alles, was das Lettering-Herz begehrt.

Die App ​ProCreate ​bietet dir, neben den typischen Funktionen eines Grafikprogramms, sehr viele Einstellungen für das Lettering auf deinem iPad. Neben unzähligen Pinselspitzen nutzt

es die Gestensteuerung besonders intelligent und kann bei Bedarf sogar deine Strichführung optimieren. ProCreate kostet um die 10€ und ist jeden Cent wert. Der Begriff „App“ ist hier fast irreführend, da es mit „richtiger“ Software absolut mithalten kann.

Das Papiergefühl zurück gewinnen

Beim iPad Lettering verrät vor allem die glatte Oberfläche, dass du tatsächlich noch auf einem elektronischen Gerät schreibst. Doch auch hier gibt es eine Lösung: Displayfolien! Wenn du dein iPad vorrangig zum Zeichnen oder Schreiben nutzt, kannst du mit Hilfe einer matten Folie das Papiergefühl zurück gewinnen.

Die Folien sorgen dafür, dass dein Stift nicht mehr so stark gleitet und schützen gleichzeitig dein Display. Durch die matte Folie verliert das Display meist etwas an Brillanz, doch die Einbußen sind mittlerweile kaum noch erkennbar.

Digitales Lettering richtig lernen

Wie bereits angerissen, ist das iPad Lettering kein Selbstgänger, sondern erfordert intensive Übung. Dafür wirst du mit unendlichen Möglichkeiten belohnt.

Für eine optimale Lernkurve und essenzielle Tipps kannst du meinen Digital Lettering Kurs nutzen. Dort lernst du Schritt für Schritt das iPad Lettering kennen. Ich zeigt dir ganz genau, wie du die App ProCreate optimal für das Handlettering nutzt.

Mit jedem Modul werden die Techniken und Letterings komplexer, sodass du all die genialen Tricks lernst, um wunderschöne Handletterings zu kreieren. Anschließend bist du so fit im Umgang mit dem iPad, dass du dir sogar eigene Logos, Karten, T-Shirt Sprüche und vieles mehr entwerfen kannst.

Endlich loslettern

Überlege nicht zu lange, wie du am besten mit dem Lettering anfangen sollst. Schnapp dir ein paar Stifte und fang an zu üben. Egal ob du später digital oder analog lettern wirst: Die nötige Feinmotorik musst du trainieren.

Bist du noch unsicher, ob dir ein iPad zusagt, solltest du es vor dem Kauf ausprobieren. Dies kannst du in einem Apple Store oder in größeren Elektronik Märkten machen. Vielleicht hat auch jemand aus deinem Bekanntenkreis ein iPad, dass du mal ausprobieren darfst?

Interview mit dem iPad Lettering Künstler Timo

Weil wir natürlich alle sehr neugierig sind und mehr erfahren wollen, musst du uns jetzt noch ein paar Fragen beantworten!

Wer bist du und was machst du?

Mein Name ist Timo und ich bin begeisterter Handlettering Künstler, Designer und ein bisschen Entrepreneur. Kreative Themen faszinieren mich schon mein ganzes Leben lang und das Lettering kam vor ca. 4 Jahren als große, neue Leidenschaft hinzu. In den letzten Jahren habe ich extrem viel zum Thema Schrift gelernt, entdeckt und probiert. Meine Erfahrungen teile ich auf meinem Blog ​handletteringlernen.de​ und bringe dort meinen Leserinnen und Lesern das Handlettering bei.

Wie bist du darauf gekommen, was du heute machst?

Dazu müsste ich erstmal wissen, was ich überhaupt genau mache… :-) Spaß beiseite. Wie gesagt, war ich schon immer kreativ unterwegs. Gleichzeitig bin ich ein absoluter Technik-Fan und mag es, Dinge zu kreieren. Daher programmiere ich auch gerne kleine Tools für meine Webprojekte oder auch für Kunden. Die Kombination aus Design und Technik macht mir riesen Spaß. Mittlerweile habe ich mich mit dieser Leidenschaft auch Selbstständig gemacht. Zum Handlettering bin ich durch das Sketchnoting gekommen. Diese Technik wiederum hat mich in meiner beruflichen Zeit in einer Agenturengruppe lange begleitet – und tut es bis heute.

Welchen Tipp würdest du deinem 10-jährigen Ich aus heutiger Sicht mit auf den Weg geben?

Vor allem würde ich ihm sagen, er soll seinen Weg gehen, wie er es sich wünscht. Seine Leidenschaften noch mehr ausleben und sich möglichst früh mit Unternehmertum, Persönlichkeitsentwicklung und finanzieller Bildung auseinandersetzen. Dafür dürfte es in der Schule ruhig schlechter laufen – die Inhalte in der Oberstufe sind leider häufig nutzlos und am echten Leben Meilenweit vorbei. Außerdem würde ich ihm direkt eine Ausgabe von „Slight Edge*“ schenken.

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