Zeichnen lernen Schritt für Schritt • Teil 1: Striche und Schraffuren

Zeichnen Lernen Striche und Schraffuren

Herzlich willkommen zu meinem kleinen Kurs „Zeichnen lernen Schritt für Schritt“. Hier werde ich die Grundlagen des Zeichnens vermitteln und dir helfen, einen Anfang für ein neues Hobby zu legen, oder Fragen und Probleme zu lösen.

In diesem kostenlosen Grundlagenkurs lernst du den Umgang mit Bleistiften, Formen und einfachen Objekten.

Einen ausführlichen Ratgeber über Bleistifte zum Zeichnen habe ich dir verlinkt. Dort findest du alle Informationen, die du für den Anfang brauchst.

Zeichnen lernen mit dem Bleistift

Diese Lektion werde ich in die Themen Striche und Schraffuren untergliedern. Am besten arbeitest du dich Schritt für Schritt durch die komplette Lektion. Dafür brauchst du am besten einen guten Zeichenblock und die Bleistifte 2H, HB und 2B.

Den Bleistift richtig halten

Du hältst den Bleistift zwischen Daumen und Zeigefinger.

Dein Mittelfinger stabilisiert den Stift. Ring- und Kleiner Finger liegen auf dem Blatt auf und halten die Hand über deinem Papier.

Den Stift hältst du am besten rund 3 bis 4 Zentimeter hinter der Spitze.

Zeichnen lernen Bleistift halten
Zeichnen lernen Bleistift halten

So kannst du entspannt zeichnen lernen, ohne dass deine Hand verkrampft.

Wir versuchen außerdem, aus dem Handgelenk bzw. aus dem Arm zu zeichnen. Die Finger bleiben dabei relativ steif und bewegen sich kaum. Mit den Fingern zeichnest du höchstens ganz feine Details.

Das braucht am Anfang wahrscheinlich etwas Umgewöhnung, aber bei längerem Zeichnen wirst du mir danken. Die richtigen Bewegungen helfen dir dabei, keine Schmerzen beim Zeichnen zu bekommen.

Feine Striche mit dem Bleistift

Die Grundlage für das Zeichnen lernen ist der kontrollierte Umgang mit dem Bleistift.

Zuerst lernen wir unser Material kennen. Erst, wenn wir Papier und Stifte kennen, entwickeln wir ein Gefühl dafür.

Zum Start versuchen wir also, so feine Linien wie möglich zu zeichnen.

Zeichnen lernen Feine Striche
Zeichnen lernen: Feine Striche

Dabei versuchen wir außerdem, die Linien möglichst parallel zueinander zu halten. Alles andere ist vorerst egal.

Breite Striche mit dem Bleistift

Nachdem wir nun feine Linien gezeichnet haben, widmen wir uns der nächsten Lektion.

Zum Zeichnen lernen braucht man auch noch breitere Striche. Dafür legen wir unsere Hand flacher auf das Blatt.

So kann ein breiterer Teil der Bleistiftmine auf dem Blatt aufliegen. Durch den flachen Winkel entstehen die breiten Striche.

Zeichnen lernen Breite Striche mit dem Bleistift
Zeichnen lernen: Breite Striche mit dem Bleistift

Je nach Papier werden die Striche, die wir zeichnen, anders ausfallen.

Es ist also ratsam, bei jedem neuen Papier eine Seite für diese Art Spielerei zu reservieren.

Außerdem können andere Bleistift-Marken auch jeweils unterschiedliche Ergebnisse liefern. Dazu findest du in meinem Bleistift-Ratgeber weitere Informationen.

Parallel-Schraffur

Um später Schattierungen oder Strukturen zeichnen zu können, lernen wir erst einmal das Schraffieren.

Am Besten nimmst du dir dafür richtig viel Zeit und mindestens ein ganzes Blatt vor.

Im Kunst-Unterricht an der Uni hatten wir die Hausaufgabe, 2 Din A3 Blätter mit sauberer 2mm-Schraffur zu versehen. Mit und ohne Linieal.

Das möchte ich jetzt nicht zwingend von dir verlangen, aber ich sag mal so: Schaden kann das beim Zeichnen lernen nicht.

Zeichnen lernen: Parallel schraffieren
Zeichnen lernen: Parallel schraffieren

Später wirst du es mir vermutlich danken, auch wenn du mich jetzt dafür hasst.

Mit der Zeit werden deine Striche entweder gerader, weil du Übung bekommst, oder krummer, weil dein Arm ermüdet.

Dabei kannst du gleich testen, ob du schön aus dem Arm oder aus der Hand zeichnest. Aus der Hand wirst du nämlich garantiert keine so lange und gerade Linie zeichnen können, ohne abzusetzen.

Kreuz-Schraffur

Um Bereiche deiner Bilder abzudunkeln, kannst du Schraffuren nutzen. Die erste Schraffur ist immer die Parallel-Schraffur.

Um danach noch einen Schritt dunkler zu werden, legst du eine zweite Schicht paralleler Striche darüber.

Diese Schicht wird allerdings um ca. 90° geneigt, sodass du eine Art Lattenzaun zeichnest. Wenn du ganz genau bist, dann haben die Linien untereinander genau 90°, aber für schnelle Skizzen reicht uns hier unser Rauten-Raster.

Zeichnen lernen: Kreuz-Schraffur
Zeichnen lernen: Kreuz-Schraffur

Versuche auch hier möglichst gleiche Abstände zwischen den Strichen zu behalten. So sieht deine Zeichnung dann später sauberer aus.

Kreis-Schraffur

Manche Strukturen wirken einfach nicht, wenn man sie mit geraden Linien darstellen will.

Unregelmäßige Strukturen wie Fell oder Gebüsch eignen sich manchmal nicht mit glatten Strichen. Hier kannst du üben, mit Kringeln zu schraffieren.

Kreis-Schraffur für unregelmäßige Strukturen
Kreis-Schraffur für unregelmäßige Strukturen

Alternativ kannst du auch kleine Bögen oder Halbmonde nebeneinander platzieren.

Stell dir vor, wie du hier einen Lockenkopf oder ein Schaf zeichnest, dann kommt dir die Übung nicht mehr ganz so suspekt vor.

Zeichnen lernen Schritt für Schritt: Resumé

Mit diesen Übungen kannst du dein Zeichnen leicht verbessern, oder erst einmal ein Gefühl für Bleistift und Papier bekommen.

Im Kasten hier unten findest du die weiteren Teile dieser kleinen Reihe. Der Kasten wird immer mal wieder aktualisiert. Wenn du nichts verpassen möchtest, dann kannst du dich auch gerne in meinen Newsletter eintragen.

Weitere Beiträge zur Reihe »Zeichnen lernen Schritt für Schritt«

4 Idee über “Zeichnen lernen Schritt für Schritt • Teil 1: Striche und Schraffuren

  1. Avatar
    Brigitte Ponkratz sagt:

    Hallo Julia,
    danke für diese Tipps.
    Beim Ausprobieren hat sich mir jetzt aber noch eine Frage ergeben:
    Spielt es eine Rolle in welchem Winkel ich die Schraffur anlege? Also parallel zur Unterkante des Blattes oder eher im 45° Winkel? Weil im Prinzip ändert sich dann auch meine Hand- bzw. Stifthaltung, wenn ich das Papier nicht mitdrehe…. Oder übe ich am besten alle Varianten?
    Viele Grüße
    Brigitte

    • Julia
      Julia sagt:

      Hallo Brigitte,

      normalerweise fängt man mit 45° zur Unterkante des Blattes an. Es ist aber natürlich erlaubt, das Blatt auch zu drehen, wenn man anders schraffiert oder es für die Hand nicht angenehm ist. Allgemein ist es aber ratsam, mehrere Versionen gut „aus dem Arm“ zu können. Das macht es einfach leichter, wenn man viel zeichnet. Man möchte ja nicht das Blatt immer im Kreis drehen.

      Bei komplexen Bildern kann man auch mal die Orientierung auf dem Bild verlieren, wenn man das Blatt ständig dreht. Und es wäre ja sehr traurig, wenn ich aus versehen eine falsche Fläche schraffiere :)

      Alles Liebe,
      Julia

  2. Avatar
    Anna sagt:

    Hallo Julia,

    endlich ist mein Bleistift Set von koh-i-noor da und ich hab gleich losgelegt.
    Mir fiel auf dass ich meine ganze Hand viel mehr verkrampfe wenn ich mit dem 2H zeichne, wahrscheinlich weil der so hart ist.
    Megageil finde ich den 8B, der ist traumhaft weich und macht zum Schreiben am meisten Spaß. Selbst der HB ist noch irgendwie zu hart. Der HB den ich von Faber-Castell habe ist viel weicher als der von Koh-i-noor.
    Ich hab mich gefragt wie du deinen Ellbogen hälst. Deine eher zum Körper gewandte Handfläche und Fingerspitzen habe ich erst hinbekommen als ich meinen Ellbogen weit raus gestreckt und in die Luft gehalten habe. Ansonsten ist mein Ellbogen eher nah am Körper, so an meiner Seite. Wahrscheinlich aus Rücksicht auf frühere Klassenkameraden Hier fände ich ein Video toll. Ich hab mich auch gefragt ob euch die Körperhaltung auch mitbeigebracht wurde, damit man beim zeichnen keinen krummen Rücken und Schildkrötennacken bekommt. Das würde mich sehr interessieren.

    Lg
    Anna

    • Julia
      Julia sagt:

      Hallo liebe Anna,
      vielen Dank für deine Nachricht, ich hoffe, es geht dir gut!
      Der 2H ist wirklich nur für leichte Linien gedacht. Er gibt bei manchen Marken kaum Abrieb ab. Versuche dich darauf zu konzentrieren, extra locker zu lassen, damit du dich daran gewöhnst.
      Mein Ellenbogen steht schon recht weit nach Außen. Vor allem, wenn ich Details zeichne und dabei vorn übergebeugt über dem Papier hänge.
      Wenn ich sehr, sehr aufrecht sitze, dann ist mein Ellenbogen auch eher eng am Körper und meine Handfläche zeigt nach links (ich bin Rechtshänder). – Aber ehrlich gesagt mache ich das auch nur, wenn mir wieder der Nacken wehtut – Ja, uns wurde beigebracht, gerade zu sitzen, aber ich ertappe mich auch immer wieder, sehr weit vorn zu sein. Ich habe dann einfach das Gefühl, mehr kontrolle über meine Details zu haben. – Aber ich zeichne und male auch tendenziell eher sehr kleinteilig und filigran. In der Uni, als wir 30cm-Kreise zeichnen mussten, da war es natürlich besser, gerade zu sitzen und schön den ganzen Arm zu benutzen. Da hat man dann auch keine Nackenschmerzen bekommen.

      Seit der Uni habe ich aber auch nicht mehr so groß gezeichnet.
      Ich hoffe, ich konnte dir ein wenig helfen,
      LG
      Julia

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.