Polychromos von Faber Castell

Polychromos, die Buntstifte mit der Ölmine.

Wer kennt sie nicht, die guten alten Buntstifte aus dem Mäppchen. Im Kunstunterricht habe ich gern grübelnd an der Spitze gelutscht und bin mit bunten Lippen nach Hause gekommen. Diese Buntstifte sind wasserlöslich und nennen sich Aquarellstifte. Dann waren da noch die Wachsmalkreiden, die wohl auch jeder von uns im Schulranzen hatte.
Es gibt jedoch noch eine weitere Variante von Buntstiften.
Ölminenstifte, in unserem Fall die Polychromos von Faber Castell*. Polychromos sind nicht einfach nur Buntstifte, sondern hochwertige Künstlerstifte mit einer Ölkreidemine.

Auf die Mine gefühlt

Faber Castell verarbeitet in den Polychromos feinster Künstlerpigmente. Die in den Stiften enthaltene Ölkreidemine verspricht eine hohe Lichtechtheit und eine satte Farbbrillanz. Ölkreide-Stifte versprechen einen weichen farbsatten Abstrich. Im direkten Vergleich mit Aquarellstiften ist ihre Mine zwar weicher, der Abstrich im Gegensatz dazu härter. Dieser Unterschied lässt sich vor allem bei strukturierten Künstlerpapieren Feststellen wie dem Lana Dessin 220* oder dem Hahnemühle echt Bütten Papier Ingres mit 100gr/m²* Grammatur feststellen.
Auf glatten Künstlerpapieren wie dem Hahnemühle Skizze S mit 120gr/m²* oder dem Lana Bristol mit 250gr/m² ist kaum ein Unterschied fest zu stellen.

Wisch und Wasserfest

Polychromos Stifte bringen dank der Ölkreidemine eine Eigenschaft mit sich, die zu einem ein Segen, zum anderen ein Fluch sein kann. Sie sind wisch- und wasserfest. Eine Eigenschaft, die sie den Aquarellstiften voraus haben, da hier eine spätere Versiegelung mit Fixativ nicht zwingend notwendig ist. Auf Wischtechnik muss der Künstler hier jedoch verzichten. Dies bleibt den Bleistiften und Aquarellstiften vorenthalten. Aber nur weil sie Wasserfest sind, heißt es noch lange nicht dass der Künstler auf die Lavierung sprich Lavier-Technik verzichten muss.

Lavieren mal anders

Es muss nicht immer Wasser sein. Dem Problem das Polychromos Wasserfest sind kann mit einem Schuss Aceton* umgangen werden. Ein mit Aceton getränkter Pinsel bringt den gleichen Effekt wie Wasser bei Aquarellstiften. Weniger Effektiv, jedoch lässt sich so auch ein Ölminestift lavieren.

Verpackung und Inhalt

Faber Castell bietet ein Rund um Sortiment für jeden Zweck. Vom einzelnen Stift über ein Grundset mit 12 Stiften* bis hin zum Metalletui oder Holzkasten mit 120 Farbtönen*. Dem Künstlerherz ist hier keine Grenze gesetzt.
Die Stifte haben einen absolut runden Schaft. Im Gegensatz zu den Bleistiften von Faber, rollen sie gerne vom Tisch. Ein nettes Gimmik ist die Beschriftung jedes Farbtons auf dem Stift. Das macht das Nachkaufen um einiges einfacher.

„Anfangs habe ich Verdünnung genommen. Aber da gibt es ja feine Unterschiede. Die „Plörre“ aus dem Baumarkt ist meistens aus der Resteverwertung. So gelb wie die Verdünnung war, so gelb war auch dann das Papier. Seitdem Aceton.“ – Stefan Kurz

Wie viel kosten Polychromos?

Und wieviel Polychromos gibt es?
Ein einzelner Stift* kostet in der Regel im Einzelhandel etwa 1,50€. Die Sets und Boxen dementsprechend mehr.

Die unterschiedlichen Boxen kosten aber auch nochmal unterschiedlich viel. So zahlt man für die Atelierbox mehr als für die Blech-Schachteln und für die Holzbox auch nochmal ordentlich mehr.

Kombinationen:

Polychromos stehen Aquarellstiften in nichts nach. Mit ihnen lassen sich (ausgenommen Wisch-Technik) fast alle Techniken auf allen Papieren durchführen. Dazu ein paar Tests, welches Papier sich wie verhält:

  • Wasser: wasser-unlöslich
  • Aceton: mit Aceton* löslich
  • Lana Dessin 220* – 220gr/m²: Strukturiert festes Papier | Farbauftrag Ungleichmäßig, guter Farbabstrich, gute Radiereigenschaft.
    Canson Bristol* Karton: Glattes festes Papier | Gleichmäßiger Farbauftrag, satter Farbabstrich, sehr gute Radiereigenschaft
  • Lana Lanavanguard 200gr/m²: Sehr glattes Synthetik Papier | Bedingt durch die Synthetische Oberfläche ist kaum ein gleichmäßiger satter Farbauftrag möglich. Lavierung mit Aceton nur schwer möglich auf dem Papier.
  • Hahnemühle echt Bütten Ingres* 100gr/m²: Strukturiert weiches Papier | Ungleichmäßiger Farbauftrag, bedingt durch die Papierstruktur. Schlechte Radiermöglichkeit durch weiches Papier. Guter Farbabstrich.
  • Hahnemühle Skizze S* 120gr/m²: Glattes mittelfestes Skizzenpapier | Gleichmäßiger Farbauftrag, satter weicher Farbabstrich, gute Radiereigenschaft
  • Hahnemühle Dessin A4 150gr/m²*: Leicht strukturiertes mittelfestes Skizzenpapier | Gleichmäßiger Farbauftrag, leichte Struktur des Papier erkennbar, satter weicher Farbabstrich, gute Radiereigenschaft
  • Boesner Skizzenblock 185gr/m2: Festes glattes Skizzenpapier | Gleichmäßiger Farbauftrag, satter weicher Farbabstrich, gute Radiereigenschaft.

Über den Autor: Stefan Kurz

Stefan Kurz alias Pyro ist mit Stiften und Farben groß geworden. Vornehmlich hält er den Luftpinsel, sprich die Airbrush Pistole oder die Spraydose in der Hand. Seit 2008 Nebenberuflich Airbrush Künstler.
Autodiktat ist keine Auto Marke sondern eine Lebensweise, die sich durch seine Künstlerlaufbahn zieht. Alles Testen, alles Hinterfragen, Techniken verstehen und verbessern. Sein Handwerk von Grund auf zu können und zu kennen. Von der Theorie bis zur Praxis. Dieses Wissen durfte er schon auf Messen für eine Namhafte Firma aus dem Künstlerfarben Bereich unter Beweis stellen.
Stefan besitzt eine eigene Künstlerseite https://www.harder-airbrush.de/de/stefan-kurz.html. Gerne darf hier mal geschnuppert werden.

Stefan Kurz
4 von 5 Sternen, da sie wegen ihrer runden Form ständig weg rollen.
Stefan Kurz / ABC Painting
Julia Faßhauer
Die Mine ist mir teilweise sogar etwas zu weich, sodass ich bei filigranen Arbeiten ständig anspitzen muss.
Julia Faßhauer / GraViech Gestaltung
Monique Weissmann
Für meinen Stil sind sie einfach zu hart, ich bin auf die Caran d’Ache umgestiegen.
Monique Weissmann / Künstlerin
Wie findest du die Polychromos?

Artikelfotos: Stefan Kurz & Faber Castell

2 Idee über “Polychromos von Faber Castell

  1. Daniela Rogall sagt:

    Bewerten kann ich die Polychromos leider nicht, sie stehen zwar schon lange auf meine Farbliste, haben es aber nie in mein Studio geschafft. Dennoch habe ich einen TIPP für Euch. Ich bin in der Stempel- und Mixed-Media-Szene unterwegs und Polychromos werden gerade im Motivstempelbereich für das Kolorieren überwiegend von niedlichen Motiven gerne eingesetzt. Hier kommt es auch auf das Lavieren an. Bekannte setzten hier gerne geruchloses Terpentin und oder am liebsten noch Baby-Öl ein. Öl kann zwar durchschlagen, wird aber dennoch in unserem Bereich am liebsten eingesetzt. Wenn man mal auf den Aceton-Geruch verzichten möchte vielleicht eine Alternative.

    • Julia Faßhauer sagt:

      Danke für den super Tipp… Ich glaub, da werd ich nächste Woche gleich mal ein kleines Fläschchen Babyöl besorgen ^^

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