Brush Pen | der große Brushlettering – Vergleich

Brush Pen Vergleich FarbCafé

Ein Brush Pen wird immer öfter für Schönschriften aka Letterings benutzt, obwohl er auch auf Colorationen und andere Grafiken ausgelegt ist. Meine Brush Pen Sammlung ist mit der Zeit immer weiter gewachsen und ich habe sie über die Jahre für verschiedene Zwecke ausprobiert. Heute möchte ich sie für euch unter dem Aspekt „Brush Lettering“ vergleichen.

Was ist ein Brush Pen?

Ein Brush Pen ist ein Stift mit einer pinselartigen Spitze. Sie muss dafür nicht immer aus Haaren bestehen, sondern ist oft aus einem ähnlichen Faserfilz hergestellt, wie die Spitzen von „Filzern“ (aka Fasermalern). Wichtig bei der Spitze ist, dass sie flexibel ist und man damit feine und breite Striche erzeugen kann, ohne dass die Spitze Schaden nimmt.

Was ist ein Nib?

„Nib“ bezeichnet die Spitze eines Brush Pen in Fachsprache und kommt aus dem englischen. Auch die auswechselbaren Federn eines Federhalters oder die Faserspitzen von Markern werden als Nib bezeichnet.

Die verschiedenen Brush Pens

Je nachdem, welches Papier man als Untergrund nehmen möchte, welche äußeren Einflüsse das Lettering noch aushalten muss oder welche anderen Techniken zum Einsatz kommen sollen, kann man zwischen verschiedenen Brush Pen wählen. Die Auswahlmöglichkeiten scheinen schier unbegrenzt, daher werde ich euch hier die für mich besten vorstellen.

Pentel Touch Pen

Der Pentel Touch Pen* fristete Jahre lang sein verschmähtes Dasein in meinen Schubladen. Ich wusste einfach nichts damit anzufangen, bis ich bei Instagram tatsächlich ein winziges und filigranes Brushlettering mit ihm gesehen habe!

Der Pentel Touch Pen hat eine kleine, feine Spitze aus flexibler Kunstfaser, die sich sehr leicht handhaben lässt. Feine und breite Linien sind mit nur leichtem Druckunterschied zu erreichen. Er ist leider weder wasser- noch markerresistent.

Pentel Touch liebt: Marker Papier | Bristol Karton | Gestrichenes Papier | Rhodia Dot Pad | Offset-Papier

Eigenschaften: weder wasser- noch markerfest

Pentel Brush Pen

Der Pentel Brush Pen (den Pentel Brush Pen findest du hier*) hat eine seltene Spitze, die tatsächlich aus Pinselhaaren besteht. Er ist mit Tinte gefüllt, die wasserfest trocknet. Er lässt sich also hervorragend mit Aquarelltechniken verwenden. Da je nach Papier und Text sehr viel Tinte verbraucht wird, wird die Tinte in Patronen geliefert und kann nachgekauft werden. Die Pinselspitze des Pentel Brush Pen macht Kalligraphien wie aus dem alten Asien möglich. Wenn man schnell damit arbeitet, entstehen wunderhübsche Fehlstellen im Strich, die jedem Lettering etwas altehrwürdiges verleihen.

Pentel Brush Pen liebt: Marker Papier | Bristol Karton | Gestrichenes Papier | Rhodia Dot Pad

Eigenschaften: |

Tombow ABT Dual Brush Pen

Der Tombow ABT Dual Brush Pen (das Tombow-Set, das ich habe, findest du hier*) ist in den USA als auch in Deutschland momentan wohl der Platzhirsch in der Brush Pen Hackordnung. Die Farbauswahl ist tatsächlich enorm und die Spitze lässt sich sehr gut für Brush Letterings verwenden. Der Tombow ist auf satiniertem Papier (zB. einem Aquarellblock) wasservermalbar und macht so fake-Aquarelle möglich. Allerdings muss man bei einem Aquarellpapier sehr vorsichtig sein, da die Oberfläche zu rau ist und die Pinselspitze sehr schnell ausfransen kann. Zum Lettern ist Aquarellpapier definitiv nicht geeignet (mehr dazu weiter unten).

Tombow liebt: Marker Papier | Bristol Karton | Gestrichenes Papier | Rhodia Dot Pad

Eigenschaften: weder wasser- noch markerfest

Copic Ciao Marker

Die Ciao Marker (ein tolles Einsteigerset findest du hier*) von Copic haben auf einer Seite eine Pinselspitze aus Filz, die sich mit etwas Übung auch gut für Brush Letterings einsetzen lässt. Das Nib ist etwas länglicher als das der Stylefile Brush Marker (s.u.) und von Anfang an sehr flexibel.

Ciao liebt: Marker Papier | Bristol Karton (Achtung: bei Bristolkarton könnte die Farbe auf die Rückseite durchschlagen)

Eigenschaften:

Stylefile Brush Marker

Die Stylefile Brush Marker (mein Stylefile Set „Ocean“ findest du hier*) haben auf einer Seite eine Pinselspitze aus Filz. Sie ist etwas rundlicher (konvexer) geformt als die Ciao-Spitze (s.o.) und erfordert für’s Lettering so noch ein bisschen mehr Feingefühl. Wenn man stark aufdrückt, kann es sein, dass sich das vordere Ende der Spitze abhebt und so ungewollte Fehlstellen im Schriftbild entstehen.

Stylefile liebt: Marker Papier | Bristol Karton (Achtung: bei Bristolkarton könnte die Farbe auf die Rückseite durchschlagen)

Eigenschaften:

Copic Multiliner BS

Der Copic Multiliner BS (den Copic Multiliner Brush findest du hier*) hat eine sehr weiche, dünne und relativ lange Pinselspitze. Sauberes Lettering wird damit zur Herausforderung. Da die Eigenschaften des Multiliner (wasserfest & copic-resistent) allerdings sehr erstrebenswert sind, kann man ihn unter den Brushpens definitiv nicht ausschließen. Er ist nur definitiv nichts für Anfänger.

Sehr gut an den Copic Multilinern finde ich, dass alle Komponenten nachgekauft werden können. So ist es möglich die Pinsel-Spitze und den Tintentank nachzukaufen. Der Schaft ist sehr robust und aus Aluminium hergestellt, sodass er geradezu unverwüstlich ist.

Copic Multiliner liebt: Marker Papier | Bristol Karton

Eigenschaften: | |

Faber Castell Pitt Artist Pen B

Der Pitt Artist Pen B von Faber Castell (ein tolles Starterset findest du hier*) hat eine feine, anfangs feste Pinselspitze, mit der man feine Linien ziehen kann. Auf rauheren Papieren (Offset oder Aquarell) leidet die Spitze gerne und franst aus! Die Pinselspitze bleibt auch nach längerem Gebrauch recht fest und somit unflexibel.

Pitt Artist Pen liebt: Marker Papier | Bristol Karton | Gestrichenes Papier | Rhodia Dot Pad

Eigenschaften: |

Welches Papier ist geeignet?

Es ist wichtig, rudimentär über Papiere Bescheid zu wissen, bevor man mit seinen neuen (und teuren) Stiften zu experimentieren beginnt. Beim Brush Lettering ist vor allem zu beachten, dass man die Spitze des Stiftes nicht mit Kraft „gegen den Strich“ führt. Das strapaziert die Fasern so sehr, dass die Spitze schnell ausfranst. Ist die Spitze einmal ausgefranst, ist sie irreparabel und kann nur bei den wenigsten Stiften ersetzt werden (siehe oben).

Schau dir hier die Stifte in Aktion an!

Generell ist wichtig, dass das Papier glatt ist. Oft ist es gestrichen, das bedeutet, die Fasern des Papiers sind nicht mehr „offen“, sodass die Farbe schnell und tief eindringen kann. Das glatte Papier sorgt dafür, dass die Stiftspitze über die Oberfläche gleiten kann, ohne dass viel Reibung entsteht und so ein Ausfransen beschleunigt werden würde. Auf dem glatten Papier bleibt die Farbe eher oberflächlich haften und trocknet an der Luft, als dass sie vom Papier aufgesogen wird. Das sorgt einerseits für klarere Konturen (kein Ausbluten der Farbe), aber auch dafür, dass die Farbe evtl. länger verwischen kann. Gerade bei Linkshändern ist daher also Vorsicht geboten.

Mehr Videos zu Brush Pen und Brush Lettering

Verschiedene Brush Pens


Hier stelle ich euch eine Auswahl der prominentesten Brush Pens vor.

Brush Lettering Arten


Hier erklärt Frau Hölle schön und ausführlich, welche Brush-Lettering-Arten es gibt. (Vorsicht, das Video geht eine Stunde lang ;) )

Brush Pen Test auf Marker Papier

weitere geplante Tests zur Auswahl der BrushPen

  • Bristol Karton
  • Gestrichenes Papier
  • Offset-Papier / Druckerpapier
  • Rhodia DotPad
  • Moleskine Soft Colored Notebook (gepunktet)
  • Collegeblock

Diese ausgewählten Berichte könnten dich auch noch vor Fehlkäufen bewahren:

Julia Faßhauer

Gründerin von FarbCafé, zuständig für Blogger Relations, Inhalte, Magazin und Testberichte. Architektin, Zeichnerin, Grafikerin und Redakteurin. Schon im Kindergartenalter hat sie die Bücher und die Wände ihrer Familie mit Kleinkind-Kunst 'verschönert', später fand sie ihre Liebe zum DigitalPainting, zur Typographie und zum Zeichnen mit Tusche-Stiften. Sie hortet Skizzenbücher und Zeichenstifte aller Art.

9 thoughts on “Brush Pen | der große Brushlettering – Vergleich

  1. Anja says:

    Vielen Dank für die tolle Zusammenstellung (ich sollte meine Sammlung auch mal wieder komplett zusammensuchen). Wäre super, wenn Du die Eigenschaften aus dem Video wie Wasserfestigkeit, Lichtechtheit usw. noch ergänzen könntest, die finde ich sehr wichtig.
    Danke und liebe Grüße
    Anja

  2. Sam says:

    Super tolle Zusammenfassung, ich hab sogar einiges, was man da benutzen kann und ich hab nich mal dran gedacht Copics zu nutzen *-* toll weiter soo

    • Julia Faßhauer says:

      Hey Sam :D
      Copic aber wirklich wirklich nur auf geeignetem Papier nutzen :D Sonst hassen sie dich. ;) Immer schön lieb zu den Stiften sein *__*

  3. Pingback: DotPad zum Herunterladen, ausdrucken und üben!

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