Blüten in chinesischer Tuschmalerei [Inktober 2017] #Cheatober

Der Oktober steht seit einigen Jahren für Künstler und Kreative unter dem Motto des Inktober. Der Inktober ist eine jährlich wiederkehrende Herausforderung, in der wir Tag für Tag etwas in Tusche zeichnen. So verfeinern wir unsere Fähigkeiten und fokussieren uns auf ein (für manche neues) Medium. Der Inktober wurde von Jake Parker ins Leben gerufen und findet jährlich mehr Anklang. Aber nicht jeder möchte sich an die von Jake vorgegebenen Stichpunkte halten, die er für jeden Tag des Monats bereit stellt. Manche haben auch nicht täglich Zeit oder die Muse. Also gibt es immer wieder „Aufmüpfige“, die den Inktober abwandeln. Im September 2017 hat sich auf Twitter ein Gespräch aus einigen Kreativen zusammen getan, die sich auch diesmal nicht an den Challenge-Bogen von Jake halten wollten. Nach ein paar hin und her geworfenen Ideen war der Begriff und Hashtag #Cheatober geboren.

Wer ist Jake Parker?

Jake Parker ist ein Illustrator aus den USA, der spätestens mit dem Inktober wahnsinnig bekannt geworden ist. Kaum ein Kreativer hat nicht von ihm oder seiner Challenge gehört.

Mein Cheatober 2017

In diesem Cheatober habe ich mich entschieden, Blüten in chinesischer Tuschmalerei zu erstellen. Es handelt sich also weitestgehend um einen Cheatober mit Tusche. Nur eben farbig. Und es ist eher als Stilrichtung zu verstehen. Die Blüten in chinesischer Tuschmalerei erwiesen sich schon von Anfang an als Herausforderung, aber es ist in der Tat schnell sehr viel besser geworden. Ob es an den Motiven lag oder an der Übung, mag ich nicht zu beurteilen. Vermutlich eine Mischung aus beidem. Über meine Vorlagen zum Cheatober habe ich bereits geschrieben. Das Buch, das ich nutze, ist auch anderen Künstlern, die ich sehr bewundere, eine gute Quelle zum Lernen gewesen. Es ist wirklich einfach Schritt für Schritt erklärt und man lernt eine ganz neue Art und Weise des Zeichnens, wenn man vorher Acryl, Öl, oder Aquarell kennt.

Blüten in chinesischer Tuschmalerei als ATC

Nachdem nun rund ein Monat vergangen ist und werktäglich kleine Bilder entstanden sind, bin ich noch hin und her gerissen, ob ich mich dem Thema vertieft widmen werde. Definitiv kann ich sagen, dass ich mich dem Thema ACEO tiefer widmen möchte. Das ATC(ACEO)-Format bedeutet ganz schlicht „Artist Trading Card“. Es handelt sich dabei um Unikate oder Mini-Auflagen im winzigen Format von Sammelkarten. Das Format entspricht dabei dem gleichen Format, das man auch für Fußball- oder andere Sammelkarten kennt. Mitmachen kann jeder Künstler und die Bewegung versteht sich als Gegenbewegung zum etablierten Kunstmarkt, auf dem wenige bekannte Künstler für Kleckse auf Leinwänden Millionen verdienen. Trading-Cards werden verkauft oder getauscht. Wichtig dabei ist nur, dass sie von Anfang an im Mini-Format konzipiert wurden und nicht etwa aus zerschnittenen Großprojekten entstanden sind.

Miniaturmalerei

Die Miniaturmalerei hat eine lange historische Entwicklung hinter sich. Viele Künstler haben sich schon damit beschäftigt und schon früh wurden die kleinen Miniaturmalereien für geheime Freuden genutzt. Ob man viele Bilder an einer kleinen Wand haben möchte, winzige Illustrationen in teuren Büchern veröffentlicht oder die Bleistiftzeichnung seiner nackten Geliebten in der Geldbörse verstecken möchte… es gab schon immer etliche Anwendungen und Liebhaber der kleinen Kunst. Eine wahre Meisterin des Miniatur-Kults ist Lorraine Loots mit ihren Miniatur-Bildern, die ich vor einiger Zeit interviewen durfte. Miniaturbilder wurden aber auch von Erwachsenen und Kindern schon lange gern gesammelt. Ist es bei den Kindern das Thema Fußball oder Pferd, gab es schon in den 1870ern in den USA die ersten Sammelbilder in Zigarettenschachteln. Wir kennen das doch auch, oder? Wer ist nicht schon mal irgendwelchen Sammelbildchen hinterher gejagt? – Also ich muss mich definitiv schuldig bekennen.

Sammelbilder generell

1955 wurden Sammelbilder in deutschen Tabakprodukten verboten. (Dafür gibt es jetzt die neue und abschreckende Variante auf dem Kippen-Karton.) Schon 5 Jahre später kam die allseits bekannte Firma „Panini“ auf den Markt und brachte unsere jungen Teenager-Gemüter mit Sammelbildern aller Art in Wallungen. Wer nicht irgendwas gesammelt hat, möge vortreten und erklären, wie er oder sie dem Sog der Sammlerei entgangen ist. Wir sind nun einmal Sammler und Jäger und hier kann man beides gleichzeitig machen. Man jagt dem Objekt der Begierde hinterher und hütet es dann wie einen Schatz. Dabei kann es ein bestimmtes (bekanntes) Motiv sein oder ein Bild eines bestimmten Künstlers. Oder das Letzte Bild, das einen zu einer großen Kollektion noch fehlt. Unser kreatives Sammler-Hirn findet immer einen Grund, etwas haben zu wollen. Und wenn es dann auch noch wirklich einmalig ist, dann ist es noch begehrenswerter. – Und genau das sind die ACEOs. Während Künstler wie Lorraine Loots inzwischen Prints und Bücher von ihren Bildern vertreiben gibt es noch Künstler wie Stephanie Männer oder eben auch ich, die Unikate produzieren.

Sammelkarten zum (Ver)Kauf

Sammelkarten gibt es natürlich auch für diejenigen, die selbst keine erstellen. Diese nennen sich KAKAO-Karten und haben nichts mit dem beliebten schokoladigen Heißgetränk zu tun. KAKAO-Karten werden von Künstlern verkauft. Ansonsten sind die Regeln die gleichen, wie es sie auch für ACEO aka ATC-Karten gibt. Die Regeln können auf der Seite KAKAO-Karten.de nachgelesen werden. Wichtig ist prinzipiell nur anzumerken, dass die Karten von Liebhabern käuflich erworben werden können. Das bedeutet nicht, dass sie nicht auch getauscht werden können. Das entscheidet der Künstler für sich. Oft werden auch alle drei Bezeichnungen wild durcheinander geworfen, sodass du immer mal nachfragen solltest, wie es denn nun gemeint ist. Durch zahlreiche unterschiedliche Übersetzungen von Deutsch zu Englisch und anders herum, kann es da schnell mal zu Verwechslungen kommen.

Hast du dich schon mal an Miniaturmalerei oder Blüten in chinesischer Tuschmalerei gewagt oder Sammelkarten getauscht?

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